Nur wenige Unternehmen erzielen die Hälfte des Umsatzes

Wirtschaft

Die Hälfte der Unternehmen im Land erzielt weniger als 103.000 Euro Jahresumsatz

Bad Ems, 12.06.12. Die Hälfte der zur Abgabe einer Umsatzsteuer-Voranmeldung verpflichteten gut 155.000 rheinland-pfälzischen Unternehmen erwirtschaftete im Jahr 2010 Umsätze von weniger als 103.000 Euro. Annähernd 75 Prozent kamen auf Umsätze von weniger als 250.000 Euro. Auf diese drei Viertel der Unternehmen entfielen lediglich 4,8 Prozent aller Umsätze. Dagegen generierten gut 0,1 Prozent der Unternehmen knapp die Hälfte aller Umsätze. Das teilte das Statistische Landesamt in Bad Ems auf Grundlage der Umsatzsteuerstatistik (Voranmeldungen) 2010 mit.

Die durchschnittlichen Umsätze der rheinland-pfälzischen Unternehmen je Steuerpflichtigem lagen im Jahr 2010 bei 1,2 Millionen Euro. Der Bundesdurchschnitt lag bei 1,7 Millionen Euro. Unter den Bundesländern belegt Rheinland-Pfalz Rang zehn. Die höchsten Umsätze je Unternehmen wurden mit 4,2 Millionen Euro in Hamburg erzielt, gefolgt von Bremen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Der niedrigste Durchschnittswert errechnet sich mit knapp 700.000 Euro für Thüringen.

Aufgrund der Schiefe der Umsatzverteilung werden die angegebenen Durchschnittswerte sehr stark von den wenigen hohen Milliardenumsätzen beeinflusst. Berechnet man anstelle des Mittelwerts den Median, ergibt sich für Rheinland-Pfalz ein Wert von 103.000 Euro und für ganz Deutschland von 107.000 Euro. Der Median teilt die Umsatzsteuerpflichtigen in zwei gleich große Gruppen: Eine Hälfte erzielt Umsätze unter, die andere Umsätze über dem Medianwert.

Mit Umsatzplus wieder auf Vorkrisenniveau

Mit einem Umsatzplus von 7,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erreichte die rheinland-pfälzische Wirtschaft im Jahr 2010 wieder nahezu das Niveau des Vorkrisenjahres 2008. Insgesamt wurden Umsätze in Höhe von gut 192 Milliarden Euro vorangemeldet. Im Jahr 2009 waren es nur rund 178 Milliarden Euro.

Die höchsten Umsätze erzielten die Wirtschaftsabschnitte »Verarbeitendes Gewerbe« sowie »Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen«. Auf das verarbeitende Gewerbe entfielen 86,6 Milliarden Euro; dies entspricht einem Anteil von 45 Prozent. Besonders gewichtig waren hierbei die chemische- und pharmazeutische Industrie, der Maschinenbau und die Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln. Auf den Handel sowie die Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen entfielen 51,2 Milliarden Euro an Umsätzen (27 Prozent). Dominierend war dort der Groß- und Einzelhandel.

Die steuerfreien Umsätze aus Lieferungen und Leistungen mit Vorsteuerabzug, die überwiegend Ausfuhrlieferungen (Exporte in Drittstaaten außerhalb des EU-Binnenmarktes) und innergemeinschaftliche Lieferungen (Exporte innerhalb der EU) umfassen, beliefen sich im Jahr 2010 auf knapp 43,1 Milliarden Euro. Dies bedeutet ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von knapp 19 Prozent. Der Anteil dieser Umsätze an allen Umsätzen aus Lieferungen und Leistungen lag im Jahr 2010, bezogen auf alle Wirtschaftsabschnitte, bei 22,5 Prozent (2009: 20,3 Prozent). Mit 40 Prozent war dieser »Exportanteil« im verarbeitenden Gewerbe am höchsten. Hier wurden im Auslandsgeschäft gut 34 Milliarden Euro umgesetzt; ein Anstieg gegenüber 2009 von knapp 22 Prozent.

Die Daten für die Umsatzsteuerstatistik (Voranmeldungen) werden in Rheinland-Pfalz jährlich von der OFD Koblenz an das Statistische Landesamt übermittelt. Sie beinhalten alle Unternehmen mit Hauptsitz in Rheinland-Pfalz, die im Jahr 2010 zur Abgabe einer Umsatzsteuer-Voranmeldung verpflichtet waren. Die Aufbereitung der Daten erfolgte auf Grundlage der Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008. Die Geheimhaltung wurde nach einem komplexen und zeitaufwendigen bundeseinheitlich abgestimmten Verfahren vollzogen.

Autor: Dr. Dirk Schneider (Referat Steuern)

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