Umweltzone für Mainz und Wiesbaden kommt

Umweltschutz

Mainz und Wiesbaden wollen Umweltzone einführen – nur ein erster Schritt

Mainz, 13.06.12. Voraussichtlich ab Februar kommenden Jahres sind Mainz und Wiesbaden für Fahrzeuge ohne grüne Feinstaubplakette tabu. Denn dann wollen die beiden Städte eine gemeinsame Umweltzone für Autos einrichten, wie der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling gestern mitteilte.

Für Rheinland-Pfalz wird es die erste Umweltzone, für Hessen nach Frankfurt die zweite. Für die beiden Landeshauptstädte, die nur der Rhein trennt, soll es auch Ausnahmeregelungen geben, die sich eng an den Vorgaben für Frankfurt orientieren.

Für die Umweltzone gebe es eine Reihe von guten Gründen, sagte Ebling. „Wir reden hier nicht über ein banales Thema, sondern wir reden hier über Luftqualität und Luftreinhaltung. Und das betrifft jeden, der hier in der Stadt lebt.“ Die Zusammenarbeit mit Wiesbaden liege auf der Hand. „Es wäre doch aberwitzig, wenn man über die Theodor-Heuss-Brücke fährt und dort unterschiedliche Schildersituationen vorfindet“, sagte der Oberbürgermeister. „Die Luft hält sich ja auch nicht an Landes- oder Städtegrenzen.“ Die Deutsche Umwelthilfe hatte gegen beide Städte geklagt, nachdem Luftschadstoff-Grenzwerte wiederholt überschritten worden waren.

Wer schon eine Ausnahmegenehmigung für die Frankfurter Zone hat, soll damit ab dem nächstem Jahr auch in Wiesbaden und Mainz fahren dürfen. Nach den Worten von Umweltdezernentin Katrin Eder soll der Autobahnring um die Stadt die Mainzer Umweltzone begrenzen. Rund 35 000 Euro soll allein die Beschilderung kosten. Damit komme die Stadt deutlich günstiger weg als Wiesbaden, sagte Ebling. Der hessische Nachbar sei nicht mit einem Autobahnring umschlossen und benötige daher viel mehr Schilder.

„Wir erwarten vor allem im Feinstaub-Bereich eine positive Entwicklung durch die Umweltzone“, sagte Eder. „Trotzdem reicht die Umweltzone allein nicht, um die Luft zu verbessern. Da bedarf es noch mehr Maßnahmen.“ Als Beispiele nannte sie die Elektromobilität und den Radverkehr.

Als Problem in Mainz erwies sich auch der Nahverkehr in Bussen. In der fast nur dem Nahverkehr vorbehaltenen Bahnhofstraße werden besonders hohe Feinstaubwerte gemessen. Die Busse der Nahverkehrsgesellschaft MVG müssen folglich mit Rußfiltern ausgestattet werden.

Ein weiteres Problen bilden die Baustellen, bei Teilabriß und Entkernung entsteht besonders viel Feinstaub, der nur selten durch Wasserberieselung gebunden wird. Weiter wären die Filter der Sojamühlen in Weisenau und Mombach zu erneuern und andere Fabrikfilter, wie von Nescafe, zu kontrollieren.

Die Umweltzone kann nur ein erster Schritt sein.

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