Ausbau der Schullandschaft

Schule

Ahnen: Land setzt bei Schulen weiter auf Aufstiegsorientierung

Mainz, 20.06.12. Rheinland-Pfalz führt seinen Weg zu einem aufstiegsorientierten und sozial gerechten Schulsystem konsequent fort. Bildungsministerin Doris Ahnen erteilte heute in Mainz für das Schuljahr 2013/2014 Optionen für eine weitere Integrierte Gesamtschule, sechs Fachoberschulen im Verbund mit Realschulen plus sowie für zwei Realschulen plus und fünf Wahlschulbildungsgänge an berufsbildenden Schulen, darunter für ein berufliches Gymnasium in Gerolstein.

Doris Ahnen zeigte sich besonders erfreut, dass es durch die Option für eine Integrierte Gesamtschule in Remagen möglich werde, „eine Lücke in der regionalen Schullandschaft im nördlichen Rheinland-Pfalz“ zu schließen. Der Landkreis Ahrweiler hielt bisher noch keine Integrierte Gesamtschule vor. „Jetzt bekommen Eltern, die den Wunsch nach längerem gemeinsamen Lernen von Kindern mit unterschiedlichen Voraussetzungen, Talenten und Neigungen und individueller Förderung in leistungsheterogenen Klassen teilen, die Möglichkeit ihr Kind hier anzumelden“, sagte die Ministerin. Die neue Gesamtschule wird sich aus der Realschule plus Remagen entwickeln, die zum Schuljahr 2009/10 aus der Zusammenführung der örtlichen Haupt- und Realschule entstanden war. Die Schule wird die erste sein, die von der für neue Gesamtschulen geltenden Klassengröße von maximal 25 Schülerinnen und Schülern in der Orientierungsstufe profitieren wird.

Sehr positiv sei auch, dass sich mit der Realschule Wittlich und der Realschule Kirn nun zwei weitere Schulen auf den Weg zur Realschule plus begäben. Während die Realschule Kirn eine Option auf Errichtung einer Kooperativen Realschule zum Schuljahr 2013/14 erhält, hat sich die Realschule Wittlich für eine Umwandlung in eine Integrative Realschule entschieden. Wenn beide Schulen beim Anmeldeverfahren im Februar 2013 die notwendige Mindestzahl von 51 Schülerinnen und Schülern erreichen oder übertreffen, werden die Optionen umgesetzt.

Mit sechs Optionen für neue Fachoberschulen im organisatorischen Verbund mit der Realschule plus sowie für fünf Wahlschulbildungsgänge an berufsbildenden Schulen setze das Land seinen Kurs fort, um dem Nachwuchsmangel an Fachkräften, insbesondere im Pflege- und Gesundheitswesen, wirksam zu begegnen, unterstrich die Bildungsministerin weiter.

So bieten fünf optionierte Fachoberschulen die Fachrichtung Gesundheit an – entweder in Kombination mit der Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung wie in Linz (Landkreis Neuwied) oder an der Kanonikus-Kir-Realschule plus in Mainz oder solitär an den Standorten in Alzey (Landkreis Alzey-Worms), in Daun (Landkreis Vulkaneifel) und Traben-Trarbach (Landkreis Bernkastel-Wittlich). „Nachdem die Realschule plus Bad Bergzabern in diesem Jahr mit der alleinigen Ausrichtung auf die Fachrichtung Gesundheit beachtliche Anmeldezahlen erreicht hat, wollen wir versuchen, diesen Weg auch an diesen drei Standorten zu gehen“, erklärte die Ministerin. Während die Fachoberschule an der Gustav-Heinemann-Realschule plus Alzey vor allem auf die Kooperation mit der örtlichen Rheinhessen-Fachklinik und dem DRK-Krankenhaus setzt, liegen die beiden anderen Schulen im Umkreis mehrerer Kliniken an der Mittelmosel und in der Eifel, insbesondere aus dem Rehabilitationsbereich, sowie des Staatsbads Bad Bertrich. Hinzu kommt an allen drei Standorten die Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Altenpflege.

Die Fachoberschulen mit einer Fachrichtung müssen bis Ende März 2013 mindestens 40 Anmeldungen nachweisen, damit sie die Option einlösen. Dies gilt daher auch für die optionierte Fachoberschule in Konz, die die Fachrichtung Technik mit dem Schwerpunkt Technische Informatik anbieten wird. Für die drei Standorte mit zwei Fachrichtungen müssen dagegen für das Schuljahr 2013/2014 mindestens 50 Anmeldungen für die Klassenstufe 11 vorliegen. Liegen genügend Anmeldungen an den jeweiligen Standorten vor, dann werden diese sechs Fachoberschulen im organisatorischen Verbund mit den jeweiligen Realschulen plus errichtet.

„Mit drei Optionen für die Großregion Trier, also der Hälfte aller Optionen, setzen wir in diesem Jahr einen besonderen regionalen Schwerpunkt, der die Attraktivität der Schullandschaft in den betroffenen drei Landkreisen gerade in Zeiten des demografischen Wandels stärken soll“, sagte die Bildungsministerin. Komplettiert werde das schulische Angebot links der Mosel vom Schuljahr 2013/14 an mit einer Fachschule Altenpflege und Altenpflegehilfe an der Berufsbildenden Schule (BBS) in Bernkastel-Kues sowie einem beruflichen Gymnasium Technik mit dem Schwerpunkt Metalltechnik an der BBS in Gerolstein (Landkreis Vulkaneifel). Eine weitere Fachschule Altenpflege und Altenpflegehilfe soll an der Berufsbildenden Schule II – Wirtschaft und Soziales- in Kaiserslautern eingerichtet werden. Die Harald-Fissler-Schule (BBS Technik) in Idar-Oberstein erhält eine Fachschule Ernährung und Hauswirtschaft mit dem Schwerpunkt Meister/in der Hauswirtschaft und an der Berufsbildenden Schule Kusel wird eine Berufsoberschule II mit der Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung entstehen, die sowohl Absolventinnen und Absolventen mit Fachhochschulreife aus den berufsbildenden Schulen als auch aus der Fachoberschule, wie zum Beispiel denen aus der benachbarten Realschule plus Wolfstein/Lauterecken zum Erlangen der allgemeinen Hochschulreife offen steht.

„Gerade im ländlichen Raum müssen wir bei den Wahlschulbildungsgängen an berufsbildenden Schulen und den Fachoberschulen immer die demografische Entwicklung mit im Blick haben“, erklärte Bildungsministerin Ahnen. Ziel bleibe für die Landesregierung weiterhin, junge Menschen zu einem guten Schulabschluss zu führen und sie möglichst wohnortnah für eine Ausbildung, ein Studium und den Beruf zu befähigen. „Die diesjährigen Optionsentscheidungen sind ein wichtiger Schritt, um dieses Ziel zu erreichen“, so Ahnen abschließend.

Die Schulstrukturreform werde im Übrigen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben zum 31. Juli 2013 vollständig umgesetzt sein, erklärte die Ministerin. Nur an drei Standorten werde es im Schuljahr 2012/13 noch eigenständige öffentliche Haupt- und Realschulen geben, die Schülerinnen und Schüler aufnehmen und für die kein Antrag auf Überführung in eine Realschule plus gestellt wurde. Diese Schulen werden entsprechend den Vorgaben des Schulstruktureinführungsgesetzes zum 1. August 2013 in Realschulen plus überführt, sofern sie in der 5. Klassenstufe mindestens dreizügig sind.

This entry was posted in Allgemein and tagged , , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.