Schwere Verfehlungen in Heimerziehung

Landtag erkennt Leid und Unrecht an den Opfern der Heimerziehung der 50er und 60er Jahre an

Mainz, 22.06.12. Zu dem gemeinsamen Antrag aller Landtagsfraktionen zum Thema Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren erklärte Elisabeth Bröskamp, Sprecherin für Kinder und Familie BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag Rheinland-Pfalz:

„Auch in Rheinland-Pfalz gab es viele Opfer unter den 35 000 bis 40 000 Kindern, die in den 50er und 60er Jahren in Heimen gelebt haben. Diese Kinder haben Schlimmes erlebt. Sie wurden misshandelt, gedemütigt und ausgebeutet. Noch heute leiden sie unter den Folgen der menschenrechtsverletzenden Methoden, die damals in der Heimerziehung nicht nur als Einzelfall vorkamen, sondern System hatten.

Die Länder, die Kirchen, die Eltern und das Pflegepersonal haben sich schuldig gemacht, indem sie das geschehene Unrecht geduldet haben oder sogar aktiv daran beteiligt waren. Es ist wichtig, dass die Betroffenen eine Stimme erhalten. Die Umsetzung der Empfehlungen des Runden Tisches Heimerziehung werden in Rheinland Pfalz durch einen Beirat begleitet. Die Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat sich dafür stark gemacht, dass auch die Beteiligten in diesem Beirat vertreten sein werden.

Noch wichtiger ist aber, dass der heute von allen Fraktionen vorgelegte Antrag zeigt, dass es ein gemeinsames Anliegen der Landespolitik ist, die Qualität der heutigen Heimerziehung auch zukünftig zu sichern und somit dafür zu sorgen, dass die Missstände in der Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren nie wieder Einzug halten können.“

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