SAT.1 flieht in Norden

Lizenzwechsel Sat.1

DGB kritisiert Lizenzvergabe an Sat.1 / Muscheid: „Lizenzhopping“ ist Flucht vor kritischer Diskussion

Mainz, 27.06.12. Der Deutsche Gewerkschaftsbund Rheinland-Pfalz kritisiert die Vergabe der Sendelizenz an den Fernsehsender Sat.1 durch die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) bei der Medienanstalt in Schleswig-Holstein ab Juli 2013.

„Sat.1 möchte offenbar einer kritischen Diskussion um Programminhalte entgehen. Anstatt sich hier offen der Kritik zu stellen, wurde mit der Vergabe nun die Flucht in den Norden ermöglicht“, sagte der DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid am Mittwoch in Mainz.

Der DGB hatte in der Vergangenheit unter anderem den geringen Informationsanteil bei Sat.1 sowie die Ausstrahlung von Scripted-Reality-Formaten kritisiert.

Bedauern über den Wechsel nach Schleswig-Holstein äußerte auch die Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz. Weiterhin gibt es Streit um die sogenannten Drittsendezeiten und die Regionalfensterprogramme für Rheinland-Pfalz und Hessen. Wegen seines Marktanteils ist Sat.1 rundfunkrechtlich verpflichtet, unabhängigen Anbietern Sendezeit einzuräumen. Wie zu vernehmen war, wird der ZAK-Beschluss von den Anbietern der sogenannten Drittsendezeiten möglicherweise angefochten.

Muscheid: „Sat.1 hat auch als Privatsender gesellschaftliche Verantwortung und darf sein Programm nicht nur nach Rendite und ökonomischer Verwertbarkeit gestalten. Eine regionale Berichterstattung über aktuelle gesellschaftliche und politische Themen muss auch bei Sat.1 ausreichend Sendezeit bekommen. Nicht zuletzt für die Medienlandschaft in Rheinland-Pfalz und der Stadt Mainz bedeutet der Wechsel von Sat.1 einen großen Verlust“, so Muscheid.

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