Beckmann: Inklusion schreitet voran

Schule

Schulische Inklusion wird weiter ausgebaut

Mainz, 29.06.12. „Rheinland-Pfalz ist bei der gezielten und differenzierten Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen auf einem guten Weg. Dieser Prozess geht kontinuierlich weiter. Der im Jahr 2001 begonnene stufenweise Ausbau der Schwerpunktschulen wird fortgeführt und ist bis zum Ende der Legislaturperiode auch personell abgesichert. Zudem werden wir das Schulgesetz ändern: Eltern von Kindern mit Behinderungen haben dann die Wahl zwischen Förderschulen und inklusivem Unterricht in Schwerpunktschulen. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Verankerung von schulischer Inklusion“, so Hans Beckmann, Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, in Reaktion auf die heutige GEW-Pressekonferenz.

Zum Stand der Inklusion in Schulen hält der Staatssekretär fest:

Rheinland-Pfalz hat – wie im jüngst erschienenen Bildungsbericht 2012 festgestellt wird – mit einem Anteil von 4,7 Prozent aller Schülerinnen und Schüler den niedrigsten Anteil von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Zudem ist Rheinland-Pfalz neben Schleswig-Holstein das einzige Bundesland, in dem weniger als vier Prozent aller Schülerinnen und Schüler getrennt von Gleichaltrigen in Förderschulen unterrichtet werden. Beide Daten belegen, dass in den allgemeinbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz eine hohe Integrationsleistung erbracht wird.

Der Anteil der inklusiv – also gemeinsam mit nicht-behinderten Schülerinnen und Schülern in allgemeinbildenden Schulen – unterrichteten Kinder und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf hat sich laut Bildungsbericht in den vergangenen zehn Jahren in Rheinland-Pfalz mehr als verdoppelt.

Der bereits im Jahr 2001 begonnene stufenweise Ausbau der Schwerpunktschulen, die inklusiven Unterricht anbieten, wird weiter fortgesetzt. Zu den derzeit 229 Schwerpunktschulen im Grundschulbereich und in der Sekundarstufe I kommen allein im kommenden Schuljahr mehr als 20 neue Standorte hinzu. Bei dem Ausbau spielt die regionale Ausgewogenheit inklusiver Angebote eine wichtige Rolle.

(Zum Vergleich: Unter den knapp 1.560 allgemeinbildenden Schulen landesweit sind 138 Förderschulen.)

Das für den weiteren Ausbau der Schwerpunktschulen nötige Personal ist fest eingeplant. Bis zum Ende der Legislaturperiode sind dafür 200 zusätzliche Stellen vorgesehen. Das entspricht dem in einer Studie der Bertelsmann-Stiftung und auch in dem von der Landesregierung in Auftrag gegebenen Gutachten zum künftigen Lehrkräftebedarf errechneten Stellenvolumen. Rund 600 Stellen sind bereits jetzt im System.

Die Personalzuweisungen für Schwerpunktschulen mit Förderschullehrkräften berücksichtigen die Größe einer Schule, die Größe der Klassen und die Zahl der bereits aufgenommenen Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen. Dadurch wird sichergestellt, dass an Schwerpunktschulen sonderpädagogische und sozialpädagogische Kompetenz in ausreichendem Umfang und verlässlich vorhanden ist. Regional gibt es zwar Probleme, ausreichend Förderschullehrkräfte zu finden. Dies stellt den weiteren Ausbau der inklusiven Unterrichtsangebote insgesamt aber nicht in Frage.

In den Studiengängen für die Lehrämter an allen Schularten sind die Themen Heterogenität, individuelle Förderung beziehungsweise inklusive Beschulung in den curricularen Standards verbindlich verankert. Das Thema Inklusion ist zudem Bestandteil der neuen Vorgaben für den Vorbereitungsdienst in den verschiedenen Lehrämtern. Zudem steht für Lehrerinnen und Lehrer an Schwerpunktschulen über das Pädagogische Landesinstitut bereits ein Beratungssystem zur Verfügung, das weiter ausgebaut wird.

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