Konversion treibt Energiewende voran

„Initiative Regenerative Energien und Konversion“

Lemke: „Kommunen nutzen Chancen der Energiewende“ – Landesweit 10 Modellprojekte ausgewählt

Mainz, 04.07.12. Für die Initiative „Regenerative Energien und Konversion“ wurden jetzt 10 Projektvorschläge ausgewählt. Diese Modellvorhaben liegen im Eifelkreis Bitburg-Prüm, im Landkreis Birkenfeld, im Westerwaldkreis, im Landkreis Bernkastel-Wittlich, im Landkreis Südwestpfalz und der Stadt Kaiserslautern. Heute stellte Wirtschaftsministerin Eveline Lemke die Vorbildprojekte vor. Das Wirtschaftsministerium hatte gemeinsam mit dem Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz (GStB) sowie der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) die Initiative gestartet und Kommunen zur Bewerbung aufgerufen.

„Das Ergebnis ist viel versprechend“, stellt Ministerin Lemke nach der Projektauswahl für die Machbarkeit fest. „Wir haben ein breites Spektrum, um das Zusammenspiel von Erneuerbaren Energien und Konversion zu untersuchen. Die Kommunen setzen auf die Energiewende und nutzen die Chancen, einer dezentralen, eigenständigen Energieversorgung. Hier findet Standortentwicklung statt. Die militärische Konversion bietet hervorragende Möglichkeiten auf dem Weg, im Land bis 2030 den Strom bilanziell zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien zu erzeugen. Aus allen Landesteilen liegen uns jetzt Planungen vor, die unter die Lupe genommen werden.“

Für nicht-investive Kosten stehen zur Umsetzung insgesamt bis zu 600.000 Euro zur Verfügung. Experten werden die Modellvorhaben begleiten, für die Umsetzung sind zwei Jahre veranschlagt. Die Hilfestellung kann, je nach Ausrichtung des Projekts die Machbarkeitanalyse, die grundlegende rechtliche und technische Beratung sowie die weitere Koordinierungs- und Managementleistungen bei der Entwicklung und Umsetzung umfassen.

Beworben hatten sich zunächst 17 Kommunen mit je einem Projekt. Ausgewählt wurden jeweils zwei Projekte im nordöstlichen und nordwestlichen sowie je drei Vorhaben im mittleren und im südlichen Teil von Rheinland-Pfalz. Ausgewählt wurden die Modellvorhaben vom Wirtschaftsministerium gemeinsam mit den Partnern GStB und BImA. Auswahlkriterien waren der Innovationsgehalt und die Nachhaltigkeit des Ansatzes, regionale Wertschöpfung, die Umsetzbarkeit oder der Vorbildcharakter.

Folgende Gemeinden werden bei der Planung zur Entwicklung ihrer Konversionsflächen finanziell durch das Land unterstützt:

  • Verbandsgemeinde Arzfeld (Eifelkreis Bitburg-Prüm) „Energiespeicher Lichtenborn“: Errichtung eines Energiespeichers für regenerative Energien im ehemaligen Tanklager Lichtenborn. Projektbausteine: Grundlagenanalyse, Untersuchung und Bewertung Ist-Zustand
  • Kreisstadt Birkenfeld (Landkreis Birkenfeld) „Kompetenzzentrum für Erneuerbare Energien in Birkenfeld“. Projektbausteine: Prozesssteuerung, Arbeits- und Entscheidungsstruktur, Standort- und Gebäudeanalyse, Beteiligungsverfahren, Investorenansprache, Nutzungskonzept, Finanzierungs- und Organisationsmodell, Handlungsprogramm
  • Zweckverband Flugplatz Bitburg (Eifelkreis Bitburg-Prüm) „Integrierter Stoff- und Energiekreislaufpark Flugplatz Bitburg“. Projektbausteine: Machbarkeitsstudie Integrierter Stoff- und Energiekreislaufpark Flugplatz Bitburg (Identifikation von Stoffkreisläufen und Flächenpotenzialen, Identifikation von Energiebedarf und Energiegewinnungspotenzialen im Gewerbepark und in der näheren Umgebung, Projektkoordination, -management, Netzwerkarbeit, Kommunikation
  • Ortsgemeinde Görgeshausen (Westerwaldkreis) Bürgerstrom Görgeshausen. Projektbausteine: Rechtliche Beratung bei Gesellschaftsgründung, Untersuchungen (Standsicherheit, Umweltverträglichkeit), Öffentlichkeitsarbeit, Vermarktung, Verhandlungen Bürger, Banken, Versorgern, Restabwicklung Grunderwerb, Projektmanagement
  • Verbandsgemeinde Hauenstein (Landkreis Südwestpfalz) Energetische Umnutzung Konversionsliegenschaft „Langer Kopf“. Projektbausteine: Akzeptanz durch Information; Beteiligung; Moderation und Dokumentation
  • Stadt Kaiserslautern „Energieeffizientes und stoffstromoptimiertes Industrie- und Gewerbegebiet Quartermaster-Kaserne“; innovatives Industrie- und Gewerbegebiet auf einer ehem. US-Kaserne in Kaiserslautern
  • Gemeinde Morbach (Landkreis Bernkastel-Wittlich) „Morbacher Energielandschaft II“. Anschlussprojekt zur bekannten Morbacher Energielandschaft I, eines großen Wind-, Solar- und Biomasseparks incl. grünen Gewerbeparks. Angestrebt wird die Weiterentwicklung durch die Umsetzung innovativer Verfahren (z.B. „Power to Gas“) und Energietourismus
  • Stadt Montabaur (Westerwaldkreis) „Photovoltaikfläche Truppenübungsgelände Westerwaldkaserne“. Umsetzung einer kommunalen bzw. Bürgeranlage auf ehem. Truppenübungsplatz
  • Stadt Bad Sobernheim (Landkreis Bad Kreuznach) „Energiepark Pferdsfeld“. Umsetzung eines Bürgerwindparks auf ehemaligem NATO-Flugplatz Pferdsfeld und angrenzenden Flächen
  • Stadt Rodalben (Landkreis Südwestpfalz) „Photovoltaikflächen auf Grünbühl“. Solarpark auf ehemaliger Erd- u. Bauschuttdeponie in Verbindung mit der Entwicklung eines Gewerbeparks auf angrenzendem US-amerikanischen Konversionsstandort in Pirmasens

Weitere Informationen unter www.mwkel.rlp.de unter Initiative „Regenerative Energien und Konversion“.

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