Studenten protestieren gegen erwartete Kürzungen

Landesweiter Protest gegen die Einsparungen an den Universitäten in Rheinland-Pfalz am 10. Juli 2012 in Mainz und Trier

Mainz, 10.07.12. Heute wird eine Vielzahl an Studierenden aus Landau, Koblenz, Trier, Kaiserslautern und Mainz gegen die Sparpolitik der Landesregierung im Bildungsbereich in Mainz ab 9.30 Uhr und in Trier ab 18.30 Uhr auf die Straße gehen.

Während der dreitägigen Besetzung des Audimax in Landau konnten bereits einige Gespräche zwischen den Studierenden, Hochschulleitung und verantwortlichen PolitikerInnen geführt werden. „Schritte in die richtige Richtung zeichneten sich ab, doch konnte bei Weitem keine zufriedenstellende Lösung erreicht werden“ sagte Elena Leuschner.

Deshalb werden die Studierenden heute aus ganz Rheinland-Pfalz auf die Straße gehen, um gegen die bestehenden Missstände und Einsparmaßnahmen zu demonstrieren und ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

„Es besteht eine große Solidarität unter den Studierenden in Rheinland-Pfalz“, so Jonas Priester, Sprecher des Landesstudierendenausschuss der GEW Rheinland-Pfalz.

Die Demonstration in Mainz beginnt heute um 9.30 Uhr vor den Bonifatius Türmen, in denen sich das Präsidialamt der Universität Koblenz-Landau befindet. Dort findet ab 10.00 Uhr die Senatssitzung statt, in der die Einsparmaßnahmen und die Streichung der Musiklehrerausbildung in Landau und der Kunstlehrerausbildung in Koblenz beschlossen werden sollen. „Diese Maßnahme hätte drastische Folgen für die rheinland-pfälzische Bildungslandschaft. Laut statistischem Bundesamt sollen bis 2015 1050 Musiklehrerstellen besetzt werden. Auch das Klemm-Gutachten bestätigt, dass Musik auch zukünftig ein Mangelfach bleiben wird. Bei jetzigem Ausbildungsstand könnten nur 250 Stellen gedeckt werden. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Streichung der Musiklehrerausbildung am Campus Landau unverantwortlich, da diese nicht an einem Standort kompensiert werden kann.“, Elena Leuschner (AStA-Referentin für Hochschulpolitik am Campus Landau und Vorstandsmitglied der Jungen GEW).

Die Demonstration in Mainz führt durch die dortige Innenstadt zum Bildungsministerium Rheinland-Pfalz und findet Ihren Abschluss auf dem Gutenbergplatz.

„Wir wollen an diesem Tag in Mainz vor dem Bildungsministerium darauf aufmerksam machen, dass das Problem der finanziellen Kürzungen an den Hochschulen in Rheinland-Pfalz nicht nur in Landau existiert, sondern dass wir alle, also auch der Campus Koblenz, sowie die Universitäten in Trier und Mainz von den massiven Einsparungen betroffen sind“, so Priester weiter. „Die Schuldenbremse darf nicht zur Bildungsbremse werden“, mahnt der Landesvorsitzende der GEW Rheinland-Pfalz Klaus-Peter Hammer. „Die Universitäten sind seit Jahrzehnten chronisch unterfinanziert. Wenn das Land die Finanzmittel für die Universitäten nicht deutlich aufstockt, droht ein dramatischer Stellenabbau an den Universitäten. Die Notleidenden sind die Studierenden, die die Folgen der Sparpolitik deutlich spüren werden“, so der Landesvorsitzende.

In Trier treffen sich die Demonstrierende um 18.30 Uhr am Viehmarkt um gegen 19.00 Uhr vor Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion die ersten Redebeiträge abzuhalten. Über die Ostallee wird man dann den Protest Richtung Porta Nigra fortsetzen.

„In Trier geht es um die Substanz der Universität, Einsparungen im bekannten Ausmaß würden die derzeit gebotene Fächervielfalt, darunter viele so genannte Orchideenfächer, die gar Bundesweit einmalig sind, nicht mehr gewährleisten können. Auch in der LehrerInnenausbildung gibt es mehr Abfertigung als Ausbildung. Dass der Personalrat der Universität unseren Aufruf unterstützt, unterstreicht auch die Betroffenheit der DozentInnen und nichtwissenschaftlichen Angestellten dieser Universität. Der aktuelle Status Quo ist alarmierend. An der Universität brennt es.“ so Kilian Krumm, Sprecher der Trierer Studierendenvertretung.

Als Redner werden in Mainz neben Studierendenvertretern der rheinland-pfälzischen Hochschulen auch Klaus-Peter Hammer, Vorsitzender der GEW Rheinland Pfalz und Dietmar Muscheid, Vorsitzender des DGB Rheinland-Pfalz sprechen. In Trier redet der AStA Vorsitzende Kilian Krumm, Prof. Dr. Schnabel-Schüle, ehemalige Vizepräsidentin der Universität sowie der Dekan des FB Gestaltung der FH Trier, Prof. Franz Kluge.

„Es geht uns bei den Protesten nicht um Luxus sondern den Erhalt der Mindeststandards, unter denen auch ein Studium in Regelstudienzeit möglich ist.“, so Elena Leuschner abschließend.

This entry was posted in Allgemein and tagged , , , , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.