Hering fordert mehr Alten-WGs

Altenpflege

Hendrik Hering löst kontroverse Diskussion aus

Mainz, 14.07.12. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Hendrik Hering hat die Interessenvertretung der Altenpflegeeinrichtungen in Rheinland-Pfalz erzürnt. Seine Bemerkung, dass die Menschen in den Pflegeeinrichtungen ein unmündiges Leben führen müssten und deshalb alternative Wohnformen, wie Alten-WGs besser seien, stieß bei den Interessenvertretern der Einrichtungen auf Widerspruch.

Anders sieht es bei den BeraterInnen der Pflegestützpunkte aus. Diese landesweit verbreiteten Beratungsstellen berichten davon, dass Senioren so lange wie möglich zu Hause leben bleiben wollten, nach ambulanter Pflege, barrierefreien Wohnraum und mehr Eigenverantwortung verlangten. Wohngemeinschaften seien auch bei älteren Menschen begehrt und es gäbe viel zu wenig Plätze im betreuten Wohnen.

Hering hatte mit seiner Forderung auf das rheinland-pfälzische Wohnformen- und Teilhabegesetz verwiesen, das bewusst alternative Wohnformen vorsieht. Dies kann betreutes Wohnen, Wohngemeinschaft oder ganz neue Formen bedeuten. Großeinrichtungen für behinderte Menschen, wie die Bad Kreuznacher Diakonie und andere haben Zielvereinbarungen abgeschlossen, um mehr Menschen in kleinen Wohngruppen mitten in der Gemeinde unterzubringen und vermelden große Erfolge. Mehrgenerationen-Wohnformen, wie sie beispielsweise die Wohnbau Mainz anbietet, sind begehrt.

Angesichts der ungewohnten Konkurrenz reagieren die Pflegeeinrichtungs-Interessensvertreter zunehmend genervt. Dabei sollen sich laut dem Gesetz die Pflegeeinrichtungen in die Nachbarschaft öffnen, Nachbarn in die Heime zum Besuch einladen und aktiv am Nachbarschaftsgeschehen teilnehmen. Die meisten der Pflegeeinrichtungen sind davon aber noch weit entfernt.

Die Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demographie, Malu Dreyer, hat mit der Initiative „Menschen Pflegen“, den Pflegestammtsichen und der Initiative „Gut Leben im Alter“ indes neue und erfolgreiche Ansätze für eine umfassende, ambulante Pflege gestartet. Auch das Demenznetzwerk der Landeszentrale für Gesundheit ist hier ein wichtiger Baustein.

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