Alle Sparkassen wollen barrierefrei werden

Alle 26 rheinland-pfälzischen Sparkassen traten Zielvereinbarung bei

Mainz 23.07.12. Einen barrierefreien Zugang zu den Dienstleistungen der Sparkassen zu gewährleisten, ist Thema einer gemeinsamen Zielvereinbarung, die der Sparkassenverband Rheinland-Pfalz letzte Woche mit den Organisationen und Selbsthilfegruppen behinderter Menschen in Rheinland-Pfalz verlängert hat. Alle 26 rheinland-pfälzischen Sparkassen sind der Zielvereinbarung beigetreten.

Im Beisein der Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, Jacqueline Kraege, unterzeichneten die Verbandspräsidentin des Sparkassenverbandes Rheinland-Pfalz Beate Läsch-Weber sowie Vertreter der Organisationen und Selbsthilfegruppen behinderter Menschen am 19. Juli die Verlängerung der Zielvereinbarung „Barrierefreie Dienstleistungen“. Was vor fünf Jahren mit zehn Sparkassen begann, hat sich zu einer landesweiten Initiative aller 26 Sparkassen entwickelt, sagte Beate Läsch-Weber bei der Unterzeichnung. „Die Zielvereinbarung ‚Barrierefreie Dienstleistungen‘ macht in besonderer Weise deutlich, was mit dem öffentlichen Auftrag der Sparkassen und ihrer Gemeinwohlorientierung gemeint ist. Nämlich die Versorgung aller Menschen mit geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen sicher zu stellen und damit einen wesentlichen Beitrag zur gleichberechtigten Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben zu leisten“, erklärte Beate Läsch-Weber. Barrierefreiheit sei auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ein zentrales gesellschaftliches Anliegen, dem sich die Sparkassen im Land gerne annehmen. „Es freut mich, dass wir die Organisationen und Selbsthilfegruppen behinderter Menschen bei ihren Bemühungen, Barrieren abzubauen, tatkräftig unterstützen können“, betonte Beate Läsch-Weber. „Bereits heute haben wir gemeinsam in vielen Regionen in Rheinland-Pfalz eine gute Ausstattung der Sparkassen mit barrierefreien SB-Geräten erreicht. Daran werden wir anknüpfen und unsere Aktivitäten fortsetzen.“

„25 der bundesweit 32 Zielvereinbarungen zur Barrierefreiheit wurden in Rheinland-Pfalz abgeschlossen. Das ist ein großartiger Erfolg der Verbände behinderter Menschen und deren Vereinbarungspartner aus Dienstleistung, Handel, Tourismus und Gesundheitswesen“, betonte Sozialstaatssekretärin Jacqueline Kraege bei der Unterzeichnung der Verlängerung der Zielvereinbarung in der Sparkasse Mainz. „Die Zielvereinbarung mit dem Sparkassenverband ist ein Leuchtturmprojekt, das bundesweit Anerkennung findet. Ich freue mich sehr, dass diese erfolgreiche Zusammenarbeit fortgeschrieben wird und jetzt auch alle Sparkassen in Rheinland-Pfalz beteiligt sind“, erklärte Jacqueline Kraege.

Stephan Heym, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Selbsthilfe Behinderter Rheinland-Pfalz, betonte, dass es vor allem dem Engagement des Sparkassenverbandes Rheinland-Pfalz und den beigetretenen Sparkassen zu verdanken sei, dass behinderte und nicht behinderte Kundinnen und Kunden gleichberechtigt ihre Dienstleistungen bei den Sparkassen in Anspruch nehmen könnten. „Barrierefreiheit ist stets die Voraussetzung für Teilhabe am alltäglichen Leben in der Gesellschaft. Umso mehr freue ich mich, dass wir gemeinsam viel bewegen konnten und dies auch in Zukunft tun werden“, erklärte Stephan Heym.

Hans GünterMann, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Mainz, in deren Räumen die Unterzeichnung stattfand, ist mit seinem Haus bereits 2008 der Zielvereinbarung beigetreten. „Wir haben bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Die Kunden honorieren unsere Bemühungen, und wir werden auch in Zukunft weiter am Abbau noch bestehender Barrieren arbeiten“, sagte Mann.

Insgesamt elf Ziele zur Barrierefreiheit haben die rheinland-pfälzischen Organisationen und Selbsthilfegruppen behinderter Menschen und der Sparkassenverband unter der Moderation des rheinland-pfälzischen Landesbehindertenbeauftragten Ottmar Miles-Paul in der Zielvereinbarung aufgelistet. Sie reichen vom „Zwei-Sinne-Prinzip“ bis zu barrierefreien Geldausgabeautomaten. Dazu gehört auch die Zugänglichkeit, d.h. der Abbau von Stufen, ausreichende Bewegungsflächen vor den Geldautomaten, Unterfahrbarkeit und Sprachausgabe.

Für blinde Menschen ist dies ein Quantensprung, können sie doch ihre Geldangelegenheiten eigenständig regeln, ohne Dritten Kenntnisse über die Inhalte geben zu müssen.

(Beitrag geändert übernommen aus www.kobinet-nachrichten.org dem bundesweit wichtigsten Medium für Behindertenpolitik)

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