Kommentar: Pleite-Prophet Rösler

Kommentar zur Finanzkrise

Pleitenprophet Rösler sorgt für Kurssturz

Mainz, 24.07.12. hpt. Bundeswirtschaftsminister und FDP-Vorsitzender Philipp Rösler, dessen Wirken (wenn es überhaupt geschieht) oft im Verborgenen bleibt, hat am Sonntag die sogenannten Finanzmärkte verunsichert. Rösler prophezeite, dass der IWF aus der bereits zugesagten Kreditlinie für Griechenland aussteigt. Griechenland käme mit den Reformen nicht rasch genug voran. Auch die übrigen Kreditgeber, EZB und EU-Staaten würden nicht mehr zahlen. Griechenland bliebe somit nichts anderes übrig, als im September/Oktober Staatsinsolvenz anzumelden und somit aus dem Euro auszusteigen.

Das Gespenst der Rückkehr Griechenlands zur Drachme war wiedererweckt. Prompt stürzten weltweit die Börsenkurse und der Kurs des Euro. Kanzlerin Merkel, die laut Grundgesetz die Richtlinien der Politik bestimmt, schwieg. Der IWF dementierte lax und setzte seine Prüftruppe einige Tage früher als geplant nach Griechenland in Trab.

Heute morgen warnte der Chef der Wirtschaftsweisen die Bundesregierung davor, Griechenland in die Staatsinsolvenz gehen zu lassen. Das würde unweigerlich zur Ansteckung Spaniens und Italiens führen. Das Aus für den Euro insgesamt würde so wahrscheinlich. Auch der Chef der Euro-Gruppe, der luxemburgische Premierminister Jacques Delors, sprach sich am Morgen gegen eine Staatsinsolvenz Griechenlands und somit den Ausstieg dieses Landes aus dem Euro aus. Der Euro-Raum müsse insgesamt erhalten bleiben.

Die Frage ist: Was bewog Rösler am Sonntag zu seinen Interviewäußerungen? Wollte er Griechenland „die Folterwerkzeuge“ zeigen? Rösler muss wissen, dass die Finanzmärkte Wetten auf die Pleite Griechenlands verkaufen. Röslers Äußerungen haben deren Kurse in die Höhe getrieben. Dagegen sackten die Börsenkurse weltweit. Der Euro hat ein historisches Tief. Auch die Zinsen für die spanischen Staatsverschuldungen sind am Montag über die kritische Marke von 7% gehüpft.

Offenbar knöpfen sich die Märkte eiskalt einen Euro-Staat nach dem anderen vor, bis sie den Euro erledigt haben. Ist Rösler so naiv und unbedacht oder spielt er willentlich das Spiel der Märkte?

Gegen die propagierte Staatsinsolvenz ist die des Nürburgrings ein Erdnusskrümel. Ein Erdbeben im Euroraum würde jedoch Rheinland-Pfalz mit seiner starken Exportwirtschaft in höchste Bedrängnis bringen. Wieso fordert der rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete und Landes-FDP-Vorsitzende Wissing nicht den Rücktritt von Rösler als Parteivorsitzendem und Bundeswirtschaftsminister?

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