Elf Prozent arbeiten für eine Handvoll Geld

Elf Prozent der Beschäftigten verdienten 2010 weniger als 8,50 Euro in der Stunde

Bad Ems, 26.07.12. Im Jahr 2010 verdienten in Rheinland-Pfalz rund 11 Prozent aller Beschäftigten (in Betrieben mit zehn und mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern) brutto weniger als 8,50 Euro je Arbeitsstunde (Deutschland: ebenfalls 11 Prozent). In dieser Gruppe waren nach Angaben des Statistischen Landesamts in Bad Ems Frauen mit 63 Prozent und Männer mit 37 Prozent vertreten (Deutschland: 60 Prozent Frauen, 40 Prozent Männer). Bei den Beschäftigten mit einem Stundenverdienst unter 8,50 Euro handelte es sich überwiegend um Personen, die über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügten (61 Prozent). Dies sind erste Ergebnisse aus der Verdienststrukturerhebung für das Jahr 2010. Sie wurde in Betrieben des produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungsbereichs mit zehn und mehr Beschäftigten durchgeführt.

Die Personen mit weniger als 8,50 Euro Stundenlohn arbeiteten zu 62 Prozent in sogenannten Minijobs, auch als 400 Euro-Jobs bezeichnet. Weitere 21 Prozent waren vollzeitbeschäftigt und 16 Prozent teilzeitbeschäftigt. Differenziert nach der ausgeübten beruflichen Tätigkeit arbeiteten 47 Prozent als Hilfsarbeitskräfte (so z. B. als Reinigungspersonal oder in der Abfallentsorgung), 19 Prozent in Dienstleistungsberufen (etwa im Frisörhandwerk, im Verkauf oder in Betreuungsberufen) sowie 12 Prozent als Bürokräfte (z. B. als Sekretariatskräfte oder in Call Centern).

Von den Beschäftigten, die weniger als 8,50 Euro in der Stunde verdienten, waren jeweils 10 Prozent im Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen) und im Gastgewerbe tätig. In den Bereichen Verkehr und Lagerei sowie im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen arbeiteten jeweils 11 Prozent. Im verarbeitenden Gewerbe waren 12 Prozent tätig. Mit der Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (vor allem in der Gebäudereinigung/Gebäudebetreuung) waren 30 Prozent von ihnen beschäftigt.

Die Ergebnisse stammen aus der Verdienststrukturerhebung 2010. Im vierjährigen Rhythmus werden Daten aus nahezu allen Wirtschaftsbereichen zu Verdiensten, Arbeitszeiten, Tarifbindungen und einer Vielzahl verdienstbestimmender Merkmale erhoben. In Rheinland-Pfalz werden mehr als 1.700 Betriebe mit zehn und mehr Beschäftigten befragt. Detaillierte Ergebnisse werden voraussichtlich im September 2012 vorliegen.

Autorin: Merle Hattenhauer (Referat Mikrozensus, Verdienste, Preise, Haushaltserhebungen)

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