WHO soll endlich aktiv gegen Hepatitis vorgehen

EASL ruft zum Welt-Hepatitis-Tag die Vereinten Nationen auf, sich auch im Kampf gegen virale Hepatitis zu engagieren

Genf, 28.07.12 (ots). Anlässlich des Welt-Hepatitis-Tages rief die European Association for the Study of the Liver (EASL) die unterschiedlichen Organisationen innerhalb des Systems der Vereinten Nationen dazu auf, den Kampf gegen die virale Hepatitis (Hepatitis B und C) aufzunehmen, eine potenziell tödliche Infektion der Leber, von der 500 Millionen Menschen betroffen sind. Virale Hepatitis kostet jedes Jahr mehr als eine Million Menschenleben, und weltweit waren einer von drei Menschen entweder dem Hepatitis B- oder dem Hepatitis C-Virus bereits ausgesetzt. Noch beunruhigender ist, dass die Infizierten sich dieser Tatsache nicht bewusst sind[1] und das erste Anzeichen der Infektion, das sie bemerken, die Entstehung von Leberkrebs oder Leberversagen sein kann.

Die EASL ist sich darüber bewusst, dass in den letzten Jahren Fortschritte erzielt wurden, unter anderem durch die Einführung des weltweiten Hepatitisprogramms der Weltgesundheitsorganisation WHO, und zeigt sich erfreut über die kürzlich veröffentlichte WHO-Strategie zur Vermeidung und Kontrolle von Infektionen mit viraler Hepatitis[2]. Dennoch stellte Professor Mark Thursz, der Generalsekretär der EASL, fest, dass „virale Hepatitis als ernsthafte Bedrohung anerkannt werden muss und Massnahmen getroffen werden müssen, um die noch nicht Infizierten vor einer Ansteckung zu schützen und sicherzustellen, dass die, die bereits infiziert sind, behandelt werden.“

Die EASL beklagt die Auswirkungen der ausschliesslichen Konzentration auf HIV, Tuberkulose und Malaria in den aus den Millennium-Entwicklungszielen hervorgegangenen Richtlinien. Bei seiner Arbeit in Afrika in der jüngeren Vergangenheit traf Prof. Thursz einen Patienten, der zu ihm sagte: „Wenn ich mich nicht bald mit HIV anstecke, sterbe ich.“ Der Globale Fonds stellt HIV-positiven Patienten lebensrettende antivirale Medikamente zur Verfügung, die sowohl gegen HIV als auch gegen HBV wirksam sind, Patienten, die mit dem Hepatitis B-Virus infiziert sind, jedoch nicht. Prof. Thursz bemerkte dazu: „Virale Hepatitis weiterhin zu ignorieren, ist diskriminierend und setzt im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung bereits Erreichtes wieder aufs Spiel. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen UNDP sollte der viralen Hepatitis ebenso viel Bedeutung beimessen wie HIV, Tuberkulose und Malaria.“

Prof. Markus Peck-Radosavljevic, der Vizesekretär der EASL, meint dazu: „Virale Hepatitis ist ein weltweites Problem. Es ist unerlässlich, dass die WHO eine aktivere Rolle bei der Festlegung von Standards zur Eindämmung der Ansteckung mit der Krankheit bei medizinischen Behandlungen und durch Blutprodukte übernimmt. Solange die WHO nicht in allen Regionen Untersuchungs- und Überwachungsprotokolle etabliert hat, wird es schwierig werden, wirkungsvolle Massnahmen gegen die Epidemie zu ergreifen.“

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