DGB will Rentenniveau erhalten und Rente ab 65

DGB Rheinland-Pfalz gegen Senkung des Rentenbeitrags

Mainz, 02.08.12. Der DGB Rheinland-Pfalz spricht sich gegen eine Senkung der Rentenbeiträge ab dem kommenden Jahr aus. Stattdessen müsse das DGB-Rentenkonzept, das eine moderate Beitragssteigerung bis 2020 vorsieht, Schritt für Schritt umgesetzt werden, sagte der DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid am Donnerstag in Mainz. Die Behauptung der Arbeitgeberverbände, eine Beitragssenkung bedeute „spürbar mehr Netto vom Brutto“ sei „blanker Unfug“.

Für den einzelnen Arbeitnehmer bedeute eine Beitragssenkung eine Entlastung von nur wenigen Cent oder Euro pro Monat, sagte Muscheid weiter. Diese Mini-Entlastung werde aber im Alter teuer zurückgezahlt durch das spätere Renteneintrittsalter von 67 Jahren und eine deutliche Absenkung des Rentenniveaus auf nur noch rund 43 Prozent. Die Durchschnittsrente in Rheinland-Pfalz werden dann für Männer statt aktuell 1007,57 Euro monatlich nur noch 700 Euro betragen. Bei Frauen sinke die Durchschnittsrente von 509,13 auf rund 356 Euro. „Davon kann niemand leben“, kritisierte Muscheid.

Eine Beitragssenkung liege nur im Interesse der Arbeitgeber, die Profite maximieren und sich immer stärker aus der solidarischen Finanzierung der Alterssicherung zurückziehen wollten. Das Interesse der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hingegen sei es, bei noch guter Gesundheit und einer Rente, die zum Leben reicht, in den Ruhestand gehen zu können.

„Der Sozialstaat darf nicht vor den Hundt kommen“, sagte Muscheid. Das DGB-Rentenkonzept sehe den Aufbau einer „Demografiereserve“ vor. Damit könne das derzeitige Rentenniveau gehalten und das Renteneinstiegsalter wieder auf 65 Jahre gesenkt werden. Gerade vor dem Hintergrund der Finanzkrise dürfe die umlagefinanzierte Rente nicht weiter geschwächt werden. „Es wird endlich Zeit, dass Politik wieder für die Menschen und nicht für die Rendite gemacht wird. Die Rente ist für den sozialen Zusammenhalt wichtig. Die Betrachtung der Rente als Kostenfaktor in Unternehmensbilanzen, wie sie Bundesregierung und Unternehmen vornehmen, ist der falsche Ansatz.“

This entry was posted in Allgemein and tagged , , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.