Keine Zeitungsente

Entensprung

Mainz, 06.08.12. Eine Leserin berichtete der Redaktion von einem spannenden Erlebnis in Mainz. Seit Jahren nisten Enten auf Dächern in Ufernähe des Rheins. Besonders beliebt bei den Enten sind dabei Dachterrassen, wie die des Einkaufszentrums Am Brand.

Eine Ente wagte sich tiefer in die Innenstadt und nistete auf dem Kleinen Haus des Staatstheaters. Sie begegnete unserer Leserin, als sie vor dem Gebäude laut quakte. Plötzlich landete eine kleine Ente auf unserer Leserin, die offenbar heruntergesprungen war. Sie blickte nach oben und zählte zehn kleine Enten, die eine nach der anderen heruntersprangen, die Entenmutter umringten und, als diese los ging, ihr in einer Reihe folgten.

Offenbar war der Entenmutter der Einkaufstrubel um das Staatstheater zu stark, sodass sie mit ihren Kindern zum Eingang des Gebäudes watschelte und Einlass begehrte. Die Leserin besprach mit den Pförtnern die Situation, die Ente wartete, denn ein Rückzug war wegen der vielen Schaulustigen, die die Gruppe umringten, ausgeschlossen. Die Pförtner riefen den Tierschutzverein, der sich für überlastet erklärte. In der Urlaubszeit hat dieser überreichlich mit ausgesetzten Haustieren zu tun. Die angerufene Feuerwehr verwies auf das Ordnungsamt.

Jenes schickte einen Mitarbeiter mit einer Pappkiste, der die Entlein darin sammelte. Die Ente beobachtete den Vorgang genau, erhob sich dann in die Luft und folgte dem Mann, der zum Rhein wollte. Der Einkaufstrubel war jedoch derart groß, dass die in der Luft befindliche Entenmutter immer wieder den Mann mit der Entenkiste aus dem Blick verlor. Also verließen der Mann und unsere Leserin den vollen Marktplatz, warteten, bis die Ente sie wieder entdeckte und gingen in den Garten des städtischen Altenheimes, wo sie die kleinen Enten am dortigen Teich aussetzten. Die Entenmutter landete und schwamm mit ihren kleinen Enten auf dem Teich. Zwei Tage wurde die Entenfamilie gesehen, dann war sie weg.

Vielleicht hat die Entenmutter die ruhigen Nachtstunden genutzt, um mit ihrem Nachwuchs zum Rhein zu watscheln. Es dürfte ihnen nichts passiert sein, die Lokalzeitung meldete keinen Verkehrsunfall mit einer Entenfamilie.

Vielen Bewohnern im Dachbereich in Ufernähe stellt sich immer wieder die Frage, wie sie die kleinen Enten herunterbringen. In den ersten Jahren kam noch die Feuerwehr. Eine Ente auf dem Brand wartete, bis ihr Junges flugfähig war, und flog mit diesem davon. Die übrigen Jungen der Entenmutter wurden allerdings im Laufe der Zeit von Krähen erbeutet.

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