Kräftige Investitionen in Dorferneuerungen

Dorferneuerung

Lewentz bewilligt drei weitere Maßnahmen

Mainz, 09.08.12. Innenminister Roger Lewentz hat den Ortsgemeinden Bell und Waldesch Mittel aus dem rheinland-pfälzischen Dorferneuerungsprogramm bewilligt. Die Schwerpunktgemeinde Bell erhält für die Neugestaltung des Gemeindehausplatzes 60.300 Euro. Die Ortsgemeinde Waldesch erhält für die Neugestaltung des Brunnenplatzes am Bürgerhaus 58.000 Euro. „Die Realisierung der Maßnahme in Bell ist im Zusammenhang mit den bisherigen Maßnahmen im Rahmen der Schwerpunktanerkennung zu sehen, die sich alle positiv auf die Wohnqualität und damit auf die Attraktivität der Gemeinde auswirken“, so der Minister. Durch den Neubau des Gemeindehausplatzes verspreche sich die Ortsgemeinde eine deutliche Belebung des Ortsbildes und Bell erhalte so einen zentralen Punkt der Kommunikation und Begegnung, der die Gemeinschaft der Dorfbewohner weiter stärken werde. Alle Projekte, die im Rahmen der Schwerpunktanerkennung realisiert wurden, würden nachhaltig dazu beitragen, Bell als eigenständigen Wohn-, Sozial- und Kulturraum zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Mit dem Erwerb des Grundstückes direkt neben dem Bürgerhaus bestehe nunmehr für Waldesch die Möglichkeit diesen Bereich zum Bürgerhaus zu integrieren. Geplant sei, Teile des Grundstückes als Aufenthalts- und Kommunikationsbereich für Kirmes- und Marktstände zu nutzen. Darüber hinaus soll die Zufahrt zum Bürgerhaus verbes- sert werden, damit künftig die Anlieferung zum Bürgerhaus auch für größere Fahrzeuge möglich sein wird. Auch eine verbesserte Barrierefreiheit werde mit der erweiterten Zufahrt erreicht, so Lewentz.

Innenminister Roger Lewentz hat auch der Einheitsgemeinde Morbach Mittel aus dem rheinland-pfälzischen Dorferneuerungsprogramm bewilligt. Die Gemeinde erhält für den Umbau des Gemeindehauses im Ortsteil Wederath 150.000 Euro. „Für das starke Gemeinschafts- und Vereinsleben in Wederath müssen auch Räumlichkeiten angeboten werden. Die ortsansässigen Vereine erhalten nunmehr diese dringend benötigten Räumlichkeiten für ihre Vereinsaktivitäten. Das neue Gemeindehaus wird ein Ort der Kommunikation. Wederath wird mit diesem Vorhaben dem demographischen Wandel entgegen wirken und sich als eigenständiger Wohn-, Sozial- und Kulturraum nachhaltig weiterentwickeln“, sagte der Minister.

Schwerpunkte der Dorferneuerung sind struktur- und funktionsverbessernde Maßnahmen in den Ortskernen, die im Sinne des Agenda 21-Prozesses eine zukunftsbeständige und nachhaltige Entwicklung zum Ziel haben. Die Innenentwicklung, die Belebung und Attraktivierung der Ortskerne habe in der Dorferneuerung absoluten Vorrang. Dazu gehörten wohnortnahe Arbeitsplätze genauso wie die Sicherung der Grundversorgung oder die Beteiligung und Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen in der Dorferneuerung.

Fast 90 Prozent der Gemeinden im Land hätten weniger als 2.000 Einwohner und seien dem ländlichen Raum zuzurechnen. Mittlerweile hätten rund 80 Prozent der Gemeinden ein Dorferneuerungskonzept erarbeitet. „Erfreulich ist dabei die Bereitschaft der Gemeinden, ihre Konzepte im Hinblick auf die demographische Entwicklung und das „Älter werden im Dorf“ fortzuschreiben und der aktuellen Entwicklung anzupassen“, sagte Roger Lewentz. Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ zeige, dass sich viele unserer Dörfer mit Erfolg den aktuellen Herausforderungen stellen und daher mit Zuversicht in die Zukunft blicken können. Dieser Erfolg beruhe in erster Linie auf dem großen bürgerschaftlichen Engagement in den Dörfern sowie auf den guten Informationen und qualitativen Beratungen der Dorferneuerungsfachleute.

„Die Dorferneuerung hat sich zu einer der größten Bürgerinitiativen des Landes entwickelt“, so der Minister weiter. Rund 17,2 Millionen Euro stünden in diesem Jahr landesweit zur Förderung von Dorferneuerungsmaßnahmen zur Verfügung. Seit 1991 hat das Land Rheinland-Pfalz im Rahmen der Dorferneuerung über 455 Millionen Euro an Fördermitteln in den ländlichen Raum investiert. Über 25.300 private und über 4.100 öffentliche Maßnahmen seien unterstützt worden. „Das ist ein klarer Beleg für die volkswirtschaftliche Bedeutung der Dorferneuerung“, so Lewentz. Jeder öffentliche Förder-Euro löse bis zu sieben Euro an Folgeinvestitionen aus.

Durch die Gesamtinvestitionen im Rahmen der Dorferneuerung in Höhe von über 2,3 Milliarden Euro seien seit 1991 wichtige wohnstättennahe Arbeitsplätze geschaffen und dauerhaft gesichert worden. Davon profitierten in besonderem Maße die orts- und regionsansässigen Handwerks-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe. Direkt oder indirekt würden mit Hilfe der Dorferneuerung rund 65 Arbeitsplätze je 511.290 Euro investierter öffentlicher Mittel gesichert. Für Rheinland-Pfalz seien also durch die Dorferneuerung in den vergangenen einundzwanzig Jahren über 57.800 Arbeitsplätze dauerhaft gesichert worden.

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