DGB will mehr Professorinnen

DGB Rheinland-Pfalz spricht sich für Frauenquote an Hochschulen aus

Mainz, 10.08.12. Der DGB Rheinland-Pfalz spricht sich für die Einführung einer Frauenquote an den Hochschulen im Land aus. „Obwohl Frauen mehr als die Hälfte aller Hochschulabsolventen ausmachen, sind sie mit nur 18 Prozent bei den Professuren deutlich unterrepräsentiert“, sagte der DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid am Freitag in Mainz angesichts aktueller Zahlen des statistischen Landesamts. Es habe sich leider gezeigt, dass aktuelle Regelungen, Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugt einzustellen, nur unzureichenden Erfolg hätten.

Ohne mehr Frauen in Führungspositionen haben die Hochschulen ein „echtes Exzellenz- und Innovationsproblem“, sagte Muscheid weiter. Ohne Quoten werde sich dies leider nicht ändern. In einem ersten Schritt müssten daher mindestens 30 Prozent der Führungspositionen an den Hochschulen im Land mit Frauen besetzt werden. Das Argument, eine Quote sei leistungsfeindlich und ein Eingriff in die Freiheit der Lehre, ließ Muscheid nicht gelten. „Frauen sind im Hochschulbereich mindestens so erfolgreich wie Männer, das zeigen schon die Absolventenzahlen. Leider bleibt ihnen dennoch oft der Weg an die Spitze verwehrt. Die Gründe hierfür sind struktureller Natur und müssen daher auch strukturell gelöst werden.“

Muscheid forderte die Landesregierung auf, auch alternative Modelle weiter zu verfolgen. Die Vereinbarkeit von Hochschulkarriere und Familie müsse für Frauen weiter verbessert werden. Zudem müsse auch über das in den USA erfolgreiche Modell einer „Frauenuniversität“ nachgedacht werden. Denkbar sei beispielsweise ein Exzellenzzentrum, das Promotions- und Habilitationsprogramme anbiete und Frauen so den Eintritt in die Spitzenforschung ermögliche. Rheinland-Pfalz habe hier die Chance, sich ein „positives Alleinstellungsmerkmal“ zu verschaffen.

This entry was posted in Allgemein and tagged , , , , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.