Immer mehr Rentner brauchen Grundsicherung

Erwerbsminderung

Fast 38 000 Menschen in Rheinland-Pfalz bekommen Unterstützung

Bad Ems, 14.08.12. Ende 2011 erhielten 37.729 Menschen in Rheinland-Pfalz staatliche Unterstützung in Form von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems stieg die Zahl gegenüber dem Vorjahr um rund 2.000 oder 5,6 Prozent. Die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger nimmt seit Jahren kontinuierlich zu, gegenüber dem Jahr 2006 um 19 Prozent. Gegenüber 2003 – dem Jahr der Einführung dieser sozialen Leistung – errechnet sich sogar eine Steigerung um mehr als 60 Prozent; im gleichen Zeitraum nahm die Zahl älterer Menschen ab 65 Jahren um 9 Prozent zu.

Personen, deren Einkommen oder Vermögen nicht ausreicht, um den grundsätzlichen Bedarf für den Lebensunterhalt zu sichern, haben Anspruch auf Grundsicherung, wenn sie entweder das 65. Lebensjahr vollendet haben oder zwischen 18 und 65 Jahre alt und in vollem Umfang dauerhaft erwerbsgemindert sind. Diese soziale Leistung wurde Anfang 2003 in erster Linie mit dem Ziel eingeführt, der so genannten verschämten Armut entgegenzuwirken. Vor allem ältere Menschen machten Sozialhilfeansprüche häufig nicht geltend, da sie den Rückgriff auf ihre unterhaltsverpflichteten Kinder fürchteten. Bei der Grundsicherung werden Unterhaltsansprüche gegenüber Kindern und Eltern weitgehend nicht berücksichtigt.

Die Leistungen wurden im Jahr 2011 in 48,5 Prozent der Fälle von Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren wegen dauerhafter Erwerbsminderung in Anspruch genommen, für 51,5 Prozent der Empfängerinnen und Empfänger wurde Armut im Alter gelindert. Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts im Alter wurden hauptsächlich Frauen gewährt (66,1 Prozent), während Leistungen wegen Erwerbsminderung etwas häufiger von Männern beansprucht wurden (54,3 Prozent).

In Städten anteilig mehr Empfängerinnen und Empfänger

Regional betrachtet zeigen sich große Unterschiede. In den Landkreisen waren im Durchschnitt 9,5 Leistungsempfänger auf 1.000 Einwohner ab 18 Jahre zu verzeichnen, in den kreisfreien Städten hingegen 16,4. Die – relativ gesehen – meisten Empfängerinnen und Empfänger hatte mit 20,9 Personen die Stadt Koblenz, die geringste mit 5,3 Leistungsbeziehern je 1.000 Volljährige der Rhein-Pfalz-Kreis.

In den kreisfreien Städten wurden rechnerisch 87 Euro pro Einwohner ab 18 Jahre aufgewendet, in den Landkreisen waren es 45 Euro. Die höchsten Ausgaben je volljährigen Einwohner mussten mit 112 Euro die Städte Koblenz und Trier tätigen, die niedrigsten waren mit 28 Euro im Rhein-Pfalz-Kreis und im Landkreis Südwestpfalz zu verzeichnen. Die Ausgaben je Empfänger lagen in den kreisfreien Städten im Durchschnitt zwischen 4.325 (Frankenthal) und 5.988 (Mainz) und in den Landkreisen zwischen 3.753 (Südliche Weinstraße) und 7.077 (Eifelkreis Bitburg-Prüm).

Die Daten stammen aus der Statistik der Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung sowie der Statistik der Ausgaben und Einnahmen der Sozialhilfe. Die Angaben erhält das Statistische Landesamt von den Landkreisen und kreisfreien Städten sowie dem Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung.

Autor: Günter Ickler (Referat Bevölkerung, Gebiet, Soziale Leistungen, Gesundheit, Rechtspflege)

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