Zweifelhafter Bildungsmonitor

MBWWK RLP zu Bildungsmonitor 2012

Mainz, 15.08.12. Der Bildungsmonitor errechnet für Rheinland-Pfalz in der Gesamtbeurteilung des Beitrags, den das gesamte Bildungssystem für die wirtschaftliche Entwicklung leistet, denselben absoluten Punktewert wie im Vorjahr. Er bescheinigt dem Land – wie im Übrigen allen Bundesländern – dabei deutliche Verbesserungen gegenüber der ersten Studie im Jahr 2004. Den selbst gesetzten Anspruch, eine umfassende Bestandsaufnahme zur Leistungsfähigkeit des Bildungssystems in den Ländern zu liefern, erfüllt der Bildungsmonitor aber – wie in den Vorjahren auch schon – allenfalls bedingt.

Auf dem Feld der Schulqualität, in dem der Bildungsmonitor auf die Ergebnisse anerkannter Schulleistungsstudien wie PISA und den Ländervergleich zur Überprüfung der Bildungsstandards aus dem Jahr 2010 zurückgreift, sieht auch der Bildungsmonitor 2012 Rheinland-Pfalz im Vorderfeld der Bundesländer.

In anderen Bereichen greift die Studie auf eine Vielzahl statistischer Kennziffern zurück. Wie in den vergangenen Jahren seien dabei beispielsweise im Hochschul- und Forschungsbereich die Datenauswahl, deren Zuordnung zu einzelnen „Handlungsfeldern“ und die angewandten Verrechnungsmethoden kaum nachvollziehbar. So sei bei der Beurteilung der Forschungsstärke eines Landes die Fächerstruktur der Hochschulen also der Anteil geistes- und naturwissenschaftlicher Bildungsgänge von erheblicher Bedeutung. Im Bildungsmonitor werde eine solche Differenzierung nicht vorgenommen. Die Kritik an dieser methodischen Schwäche, die – unabhängig von der Platzierung des Landes in dem fragwürdigen Ranking der Bundesländer – über die Jahre hinweg immer wieder vorgebracht wurde, bleibt bestehen. Wie die gesamte Studie wird im Übrigen insbesondere das Ranking auch von vielen anerkannten Bildungsforschern kritisiert.

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