Tag des offenen Denkmals – Motto: „Multitalent Holz“

„Tag des offenen Denkmals“

Kulturministerin Ahnen und GDKE Rheinland-Pfalz präsentieren Programm in Mainz

Mainz, 21.08.12. Es findet sich in schlichten Bauernhöfen und repräsentativen Rathäusern, aber auch in seltener erhaltenen Fachwerkkirchen. Holz ist seit jeher ein zentraler Baustoff, der für Baumeister und Künstler, Hauseigentümer und Denkmalpfleger von großer Bedeutung ist. In diesem Jahr steht das facettenreiche Naturmaterial im Zentrum des bundesweiten „Tags des offenen Denkmals“ am 9. September 2012. Auch für historische Gebäude und Stätten in Rheinland-Pfalz spielt Holz eine wichtige Rolle. Was Besucherinnen und Besucher im September erwartet, stellten heute Kulturministerin Doris Ahnen, der Generaldirektor der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE), Thomas Metz, und Landeskonservator Dr. Joachim Glatz im Erthaler Hof, Mainz, vor – passend zum Thema: im hölzernen Dachstuhl.

Auch in diesem Jahr erscheint eine informative Broschüre mit den Angeboten aller teilnehmenden Einrichtungen in Rheinland-Pfalz. Interessierte finden darin einen Überblick über Stadtführungen, Wanderungen, Vorträge, Dokumentationen, Konzerte und vieles mehr. Zahlreiche Fachwerkbauten öffnen sich für Interessierte, so beispielsweise das Rathaus im Altstadtkern von Linz, der zu den schönsten Fachwerkensembles am Mittelrhein zählt. Häuser aus fünf Jahrhunderten geben hier einen spannenden Einblick in die regionale Bauweise.

Die Architektur ist dabei nur ein Ansatzpunkt, um sich dem diesjährigen Motto zu nähern. Wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten von Holz sind, zeigt beispielsweise auch das Museum für PuppentheaterKultur in Bad Kreuznach. In der Demonstrationswerkstatt lernen Interessierte, worauf es beim Schnitzen und Drechseln von Holzköpfen für Marionetten und Handpuppen ankommt.

Wie aber ist es eigentlich um die Haltbarkeit von Holz bestellt? Dieser Frage geht das Museum für antike Schifffahrt in Mainz unter der Überschrift „Schrumpfendes Holz und wachsendes Eisen“ nach. Problemstellungen der Konservierung archäologischer Holz- und Eisenfunde werden hier thematisiert. Zu sehen gibt es u.a. das älteste bekannte Holzrad der Welt.

Auch der Erthaler Hof, in dem am 8. September die landesweite Auftaktveranstaltung zum „Tag des offenen Denkmals“ stattfinden wird, erfährt in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit. Der Sitz der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz ist der einzige barocke Adelshof in Mainz, der nicht im Krieg zerstört wurde. Bei seinem Dachstuhl handelt es sich um einen der bedeutendsten historischen Profanbauten in Mainz und der Region. Passend zum Jahresthema werden im Erthaler Hof verschiedene Attraktionen geboten: So wird etwa die Sammlung historischer Baumaterialien mit dem Schwerpunkt „Holz“ neu präsentiert. Um jeweils 11.30 Uhr und 17.30 Uhr spielt das Ensemble „Animus“ Barockmusik – natürlich auf hölzernen Instrumenten.

In diesem Jahr präsentieren sich insgesamt 334 Teilnehmer (rund 30 mehr als 2011) mit fast 200 Veranstaltungen zum aktuellen Motto. Für Kulturministerin Doris Ahnen eine Bestätigung der Beliebtheit des Aktionstages: „Der ,Tag des offenen Denkmals‘ ist im Laufe von zwei Jahrzehnten zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Während andere Aktionen nach einigen Wiederholungen an Attraktivität verlieren, steigt hier – ganz im Gegenteil – das Interesse von Jahr zu Jahr weiter.

Schätzungsweise über 100.000 interessierte Besucherinnen und Besucher nutzen jedes Jahr den Tag, um einen Blick in Gebäude und Stätten zu werfen, die für die Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind. Ich möchte allen Eigentümern und Verantwortlichen ausdrücklich für ihr großes Engagement danken, das diesen Tag erst möglich macht.“

GDKE Rheinland-Pfalz Generaldirektor Thomas Metz bemerkte: „Als fester Bestandteil unseres Jahresprogramms präsentieren sich selbstverständlich auch die Liegenschaften des Landes mit einer Reihe von Sonderprogrammenund Aktionen. Die Programmbroschüre mit allen Angeboten wird auch auf unserer Internetseite www.gdke.rlp.de zur Verfügung gestellt.“

Auch Landeskonservator Dr. Joachim Glatz freut sich über den wachsenden Zuspruch: „Das steigende Interesse am ,Tag des offenen Denkmals‘ beweist, dass wir mit dieser Aktion keineswegs auf dem Holzweg sind. Die Aktion ist für uns immer wieder Ansporn, gelungene Ergebnisse gemeinsamer denkmalpflegerischer Bemühungen zu präsentieren.“

Der „Tag des offenen Denkmals“ geht auf die Initiative des ehemaligen französischen Kulturministers Jack Lang zurück. Andere europäische Staaten folgten dem Beispiel. In Deutschland brachte die Deutsche Stiftung Denkmalpflege den Thementag auf den Weg. Er soll die Öffentlichkeit für das kulturelle Erbe sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege wecken.

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