Lemke fordert: Tihange muss komplett und dauerhaft vom Netz

Mainz, 23.08.12. Nachdem im belgischen Atomkraftwerk Doel Risse im Reaktordruckbehälter entdeckt wurden, die dort möglicherweise schon seit 30 Jahren existieren, besteht nun der Verdacht, dass auch im AKW Tihange an der Grenze zu Rheinland-Pfalz solche Schäden vorhanden sind. Die entsprechenden Untersuchungen sollen im September erfolgen. Der Reaktordruckbehälter des Blocks Nr. 2 des AKW Tihange wurde vom gleichen Hersteller gefertigt wie das bemängelte Bauteil im AKW Doel. Beide Reaktoren stehen zurzeit still.

Die rheinland-pfälzische Energieministerin Lemke dazu: „Die Meldungen belegen erneut, dass Atomkraft eine nicht beherrschbare Hochrisikotechnologie ist. Ich habe daher Umweltbundesminister Altmaier in einem Brief aufgefordert, sich für die sofortige und dauerhafte Abschaltung des AKW Tihange einzusetzen und mich darüber hinaus über die Untersuchungsergebnisse zu informieren.“

Das belgische Atomkraftwerk Tihange macht immer wieder mit Störfällen von sich reden wie beispielsweise einem Leck im Brennelementlagerbecken, durch das seit mehreren Jahren täglich 2 Liter radioaktiv kontaminiertes Wasser auslaufen. Die Ursache hierfür konnte immer noch nicht festgestellt werden. Jetzt hat die belgische Regierung beschlossen, die Laufzeit des Blocks Nr. 1 im Atomkraftwerk Tihange um 10 Jahre zu verlängern, denn sie befürchtet Engpässe bei der Stromversorgung. Die belgische Atomaufsichtsbehörde sieht für diesen Fall zwar besondere Auflagen vor. Die Risiken der Atomenergie lassen sich jedoch auch mit zusätzlichen technischen Maßnahmen niemals sicher beherrschen. Dies gilt in besonderem Maße für die alten Atomkraftwerke mit ihrem antiquierten technischen Design und den durch jahrzehntelange Nutzung beanspruchten Anlagensystemen. Nur ein konsequenter Ausstieg aus dieser Art der Stromerzeugung kann die Sicherheit für die Bevölkerung gewährleisten.

„Ich halte die Entscheidung für eine Laufzeitverlängerung nicht nur aus Gründen der technischen Sicherheit für verfehlt, sie setzt auch ein falsches Signal für die Energiewende in Europa“, so Staatsministerin Lemke. „Der Atomausstieg ist eine große Herausforderung. Daher ist es uns in Rheinland-Pfalz ein wichtiges Anliegen, konkret zu zeigen, dass die Wende hin zu einem Energiesystem auf der Basis der Erneuerbaren Energien machbar ist.“

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