Preise steigen wieder schneller

Verbraucherpreise im August 2,3 Prozent über dem Vorjahresmonat

Bad Ems, 29.08.12  Der Verbraucherpreisindex für Rheinland-Pfalz lag im August 2,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt,
ist die Jahresteuerungsrate damit wieder spürbar gestiegen.

Zu dieser Entwicklung haben maßgeblich die gestiegenen Energiepreise beigetragen (plus 7,5 Prozent). Haushaltsenergie verteuerte sich im Vergleich zum August
2011 um 7,3 Prozent, wobei sich die Preise für Strom um 4 Prozent, für Gas um 7,5 Prozent und die Umlage für Zentralheizung und Wärme um 9 Prozent erhöhten.
Heizöl verteuerte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar um 13,3 Prozent. Auch die Kraftstoffpreise stiegen mit 8 Prozent deutlich stärker als der
Gesamtindex. Die Preise für Superbenzin lagen 8,1 Prozent, die Preise für Diesel 7,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise
hätte die Inflationsrate im August bei 1,6 Prozent gelegen.

Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke stiegen binnen Jahresfrist um 3,3 Prozent. Neben Brot und Getreideerzeugnissen (plus 3,4 Prozent),
Fleisch und Fleischwaren (plus 4,9 Prozent) sowie Fische und Fischwaren (plus 5,4 Prozent) wurden auch Gemüse (plus 6,9 Prozent) und vor allem Obst (plus
11,2 Prozent) deutlich teurer. So stiegen beispielsweise die Preise für Äpfel um 12 Prozent, für Weintrauben um 13,3 Prozent, für Kartoffeln um 14,6 Prozent
und für Tomaten um 30,8 Prozent. Dagegen gaben die Preise für Molkereiprodukte und Eier (minus 2,1 Prozent) sowie für Speisefette und -öle (minus 10,9
Prozent) nach. Frische Vollmilch war 12,4 Prozent, Butter sogar 26,8 Prozent billiger als vor einem Jahr.

Veränderungen gegenüber Juli 2012

Im Vergleich zum Vormonat stieg der Verbraucherpreisindex um 0,3 Prozent. Neben saisonbedingten Preiserhöhungen bei Bekleidung und Schuhen (plus 2 Prozent)
hat sich auch hier der Anstieg der Energiepreise (plus 1,6 Prozent) ausgewirkt. Vor allem Kraftstoffe (plus 2,3 Prozent) waren spürbar teurer als im Juli,
wobei die Preise für Diesel mit 2,9 Prozent noch etwas stärker stiegen als die Preise für Superbenzin mit 2,2 Prozent.

Der Verbraucherpreisindex misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft
werden. Rund um die Monatsmitte erheben in Rheinland-Pfalz in 11 Berichtsgemeinden 17 Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als
2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) gut 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preisveränderungen von rund 750 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen
erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sog.
Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt.

Autor: Hans-Peter Fein (Abteilung Bevölkerung und Gesellschaft)

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