Grenzüberschreitender Gewässerschutz schafft Lebensräume

Gewässerschutz

Höfken besichtigt Renaturierungsprojekte an der Our: „Die Fische zeigen, dass sich die Anstrengungen lohnen“

Bitburg/Prüm, 31.08.12. Umweltministerin Ulrike Höfken hat am Freitag im Eifelkreis Bitburg-Prüm Projekte aus der „Flusspartnerschaft für die Our“ besichtigt. Vertreter der Naturparke Nord- und Südeifel stellten im Taubenbachtal und in Irrhausen Maßnahmen zur Offenhaltung der Talauen und Wiederherstellung der Durchgängigkeit des Grenzflusses sowie seiner Nebengewässer vor. „Seit 1998 wird kontinuierlich an der Pflege und Entwicklung dieses wunderschönen Naturraumes und seiner Gewässer gearbeitet. Die Partnerschaftserklärung und die daraus resultierenden Projekte dokumentieren diese Zusammenarbeit in einer für Rheinland-Pfalz bisher einmaligen Weise“, stellte die Ministerin fest. Die Partnerschaft umfasse in Rheinland-Pfalz, Luxemburg und Belgien alle Personen, Vereinigungen oder Institutionen, die die Qualität des Wassers und des Lebensraumes „Fluss“ auf direkte oder indirekte Weise beeinflussen. Höfken bedankte sich bei der Gemeinde Auw und allen Beteiligten für ihr großartiges Engagement.

Im Juni 2011 war der Flussvertrag im Beisein der Umweltministerin unterzeichnet worden. Etliche Maßnahmen wurden seither bereits zur Renaturierung des Flusses umgesetzt. „Dass sich diese Anstrengungen lohnen, belegen die jüngsten Fischuntersuchungen. In einer gemeinsamen Verzehrempfehlung von Rheinland-Pfalz, Saarland und Luxemburg konnten wir zeigen, dass Fische aus der Our wieder bedenkenlos verspeist werden können.“ Der Flussvertrag stehe damit exemplarisch für die Fortentwicklung der „Aktion Blau“ zur „Aktion Blau plus“, die als Programm zur landesweiten Wiederherstellung naturnaher Gewässer das wichtigste Instrument zur Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie darstelle. Diese Herausforderung für die Wasserwirtschaft fordere bis spätestens 2027 den guten ökologischen Zustand der Gewässer zu erreichen. Bislang sind in Rheinland-Pfalz 27 Prozent der Fließgewässer in einem guten Zustand.

Finanziert werden die Erstellung des Flussvertrages und die darauf basierenden Maßnahmen im Rahmen eines INTERREG IV A-Projektes, in dem die Naturparke Hohes Venn-Eifel (Belgien), Our (Luxemburg), Südeifel (Rheinland-Pfalz), Nordeifel (Rheinland-Pfalz) sowie die Stiftung Hellef fir d’Natur (Luxemburg) seit 2008 zusammen arbeiten. Das Projekt umfasst rund 2,6 Millionen Euro. Die Hälfte davon steuert die EU bei, 17,5 Prozent trägt das Umweltministerium und fünf Prozent die  beiden Naturparke. Für den Rest kommen die belgischen (Wallonie) und luxemburgischen Partner auf.

Hintergrund zu den besichtigten Projekten:

Taubenbachtal: Im Interreg IV-A Projekt „Ein Flussvertrag für die Our“ hat das Land ca. fünf Hektar Waldfläche gekauft. Mitarbeiter des Forstamts Prüm haben die standortfremden Fichten aus der Talsohle entnommen und die Flächen anschließend weitgehend der natürlichen Entwicklung überlassen. Zur Verbesserung der Durchgängigkeit des Taubenbaches wurden ein unterdimensionierter Rohrdurchlass erneuert, zwei Sohlabstürze beseitigt und im Unterlauf des Baches Betonschalen aus der Gewässersohle entnommen. Was vorher ein „toter“ Bachlauf im dunklen Fichtenwald war, begrünte sich innerhalb von wenigen Jahren durch den Lichteinfall. Zahlreiche Insekten und Weichtiere besiedeln den Bachraum inzwischen wieder und in wenigen Jahren kann die Fischfauna folgen.

Irrhausen: In den vergangenen Jahren hat der Naturpark Südeifel mit Unterstützung der Aktion Blau und den luxemburgischen Partnern alle nicht durchgängigen Wehre in Our und Irsen um- bzw. rückgebaut und somit wieder für den Fischaufstieg freigegeben. Insgesamt waren dies zwölf Wehre in Our und Irsen. Die Wiederherstellung der Durchgängigkeit am Stauweiher Irrhausen war sozusagen der letzte Streich. Der Stauweiher dient der Naherholung und ist Lebensraum einer Vielzahl von Pflanzen und Tieren, wie Eisvogel und Biber. Um diesen Lebensraum zu erhalten, wurde ein Umgehungsgerinne im Sinne eines natürlichen Bachlaufs geschaffen. Damit der vorhandene Rundweg um den Weiher weiter genutzt werden kann, entstand eine Fußgängerbrücke.

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