Höfken: Freigabe der Rebanbaufläche verhindern

Weinbau

Freigabe der Weinanbauflächen verhindern

Mainz,  31.08.12. „Eine völlige Freigabe der Wein-Pflanzrechte wird zu einer Verlagerung auf Flächen führen, die Massenproduktion möglich machen. Das gefährdet die traditionellen Weinlagen und würde für unsere Weinbauregion insgesamt einen Identitätsverlust bedeuten“, erklärte Weinbauministerin Ulrike Höfken in der heutigen Landtagsdebatte. Sie begrüße es daher sehr, dass sich der Landtag über die Grenzen der Fraktionen hinweg für den Erhalt des Anbaustopps beim Wein einsetze.

Ministerin Höfken erläuterte, dass die EU ab 2016 die Regelung auslaufen lasse, nach der nur Winzer mit Pflanzrechten Wein anbauen dürfen. Das Landwirtschaftsministerium habe eine Studie in Auftrag gegeben, um die Auswirkungen der Anbaufreigabe zu prüfen. Demnach könne die Rebfläche in Rheinland-Pfalz bei vollständiger Liberalisierung auf über 200.000 Hektar mehr als verdreifacht werden. Es drohe Überproduktion und damit Preisverfall. Der Weinbau in Hang- und Steillagen wäre im bisherigen Umfang nicht mehr konkurrenzfähig. „Für die Wertschöpfung in der Region sind aber nicht billige Massenprodukte sondern höherwertige Winzerweine wesentlich“, sagte Höfken. So habe eine weitere Studie des Landes gezeigt, dass 58 Prozent der Ausgaben für Wein in Deutschland aufgrund der höheren Gewinnspannen in die Direktvermarktung oder den Weinfachhandel fließen.

Ministerin Höfken machte deutlich, dass das Pflanzrechte-System nicht allein im Hinblick auf Wettbewerbsfragen sondern auch auf Nachhaltigkeitsgesichtspunkte betrachtet werden müsse: „Wenn sich herausstellt, dass die Freigabe der Pflanzrechte zum Nachteil sozialer, ökologischer und ökonomischer Strukturen in den traditionellen Weinbaugebieten führt, dann ist es sehr wohl die Verpflichtung des Staates, in diesen Prozess steuernd einzugreifen.“

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