Vicente gegen Friedrichs Plakataktion

Integration

Vicente fordert Stopp für geplante Plakataktion gegen Radikalisierung von Muslimen

Mainz, 01.09.12. Mit Unverständnis hat der Beauftragte der Landesregierung für Migration und Integration, Miguel Vicente, darauf reagiert, dass Bundesinnenminister Friedrich auf der umstrittenen Plakataktion gegen die Radikalisierung von Muslimen beharrt. Dies zeuge von fehlender Kritikfähigkeit und nicht vorhandener Gesprächsbereitschaft. Vicente: „Ich fordere den Bundesinnenminister auf, diese Kampagne zu stoppen.“ Sie gehe ohne jedes Fingerspitzengefühl an ein sehr sensibles Thema heran. Anstatt betroffenen Familien oder Freunden zu helfen, die beobachten, dass sich ein Mensch tatsächlich der Islamistenszene zuwendet, stigmatisierten die geplanten Vermisstenanzeigen alle Musliminnen und Muslime auf unerträgliche Weise.

Miguel Vicente: „Die Botschaft der Kampagne, jeder Muslim sei ein potenzieller Terrorist, ist verletzend und verheerend. Denn wir stehen im Kampf gegen die Radikalisierung im engen Schulterschluss auch mit muslimischen Verbänden. Ihre Unterstützung und Beteiligung sind hierbei von größter Bedeutung. Die geplante Plakataktion entzweit aber diese breite Koalition gegen den gewaltbereiten Islamismus. Der Bundesinnenminister solle daher die bereits gedruckten Plakate einstampfen lassen und bei der Neukonzeption die muslimischen Verbände einbinden.“

Wendet sich eine Jugendliche oder ein Jugendlicher der radikalen Szene zu, stürzt dieser Schritt die Angehörigen, den Freundes- und den Bekanntenkreis meist in Rat- und Hilflosigkeit. Wichtig sei es daher, so Vicente, dass ihnen im Umgang mit der neuen Situation geholfen werde. „Hierfür ist die zentrale Beratungsstelle beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, die vor einigen Tagen die Arbeit aufnahm, ein durchaus geeignetes Angebot. Man sollte dieses nicht durch eine misslungene Informationskampagne konterkarieren“, so Vicente abschließend.

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