11 Prozent verdienen weniger als 8 Euro 50 die Stunde

Löhne in Rheinland-Pfalz

DGB fordert Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunde

Mainz, 14.09.12. Angesichts aktueller Zahlen zu den Bruttolöhnen in Rheinland-Pfalz erneuert der DGB seine Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro pro Stunde. „Jeder Zehnte Arbeitnehmer im Land verdient inzwischen weniger. Diesen unhaltbaren Zustand müssen wir dringend beenden“, sagte der DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid am Freitag in Mainz. Gute Arbeit brauche gute Löhne. Für Ausbeutung und Lohndumping dürfe in Rheinland-Pfalz kein Platz sein. „Das brauchen wir nicht, das ist unwürdig, das muss weg.“

Wie das Statistische Landesamt mitteilte verdienen elf Prozent aller rheinland-pfälzischen Beschäftigten in Betrieben mit zehn und mehr Arbeitnehmern weniger als 8,50 Euro brutto je Stunde. Davon sind nach einer Erhebung zur Verdienststruktur 63 Prozent Frauen und 37 Prozent Männer.

Die Zahlen zeigten, dass ein Mindestlohn „drängender denn je“ sei, sagte Muscheid weiter. Vor allem Frauen würden durch Dumpinglöhne ausgebeutet und diskriminiert. Dies gelte auch mit Blick auf die aktuelle Rentendebatte. „Niedrige Löhne heute bedeuten Altersarmut morgen. Darauf weisen wir seit Jahren hin, ohne dass die Bundesregierung etwas unternommen hat. Mindestlöhne sind aber Teil der Debatte über Altersarmut, zumindest dann, wenn man diese Debatte ernsthaft und sachkundig führt.“

Muscheid wies die immer wieder aufgestellte Behauptung zurück, Mindestlöhne gefährdeten Jobs in Deutschland. Die ökonomischen Zusammenhänge seien komplizierter als von den Gegnern der Mindestlöhne dargestellt. So könne ein Mindestlohn in einigen Bereichen zum Beispiel zu geringerer Fluktuation von Mitarbeitern und damit höherer Produktivität und Beschäftigungsaufbau beitragen. In 20 von 27 EU-Staaten geben es inzwischen Mindestlöhne. Länder wie Frankreich (9 Euro pro Stunde) oder die Niederlande (8,74 Euro) hätten gezeigt, dass Lohnuntergrenzen eben nicht zu Jobabbau führten.

Muscheid verwies darauf, dass 8,50 nur ein „Einstieg in eine verbindliche Lohnuntergrenze“ sein könne. Ein solcher Einstieg könne aber das Lohnniveau insgesamt anheben. „Dies wäre auch ein Beitrag zu höherer Inlandsnachfrage, weniger Abhängigkeit vom Export und damit Aufbau von Beschäftigung.“

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