Geringere Weinernte erwartet

Rund sieben Prozent weniger Weinmost erwartet – Deutlicher Rückgang bei Rotmost

Bad Ems, 14.09.12. Auf gut 5,7 Millionen Hektoliter schätzten die Ernteberichterstatter des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz Ende August die zu erwartende Erntemenge für Weinmost. Gegenüber dem Vorjahr wäre das ein Rückgang von 7,3 Prozent. Damit läge der Ertrag zugleich um 6,2 Prozent unter dem langjährigen Mittel.

Von den Ertragseinbußen ist insbesondere der Rotmost betroffen. Mit gut 1,8 Millionen Hektoliter liegt die erwartete Erntemenge rund 11 Prozent unter der Durchschnittsmenge der Jahre 2002 bis 2011. Im vergangenen Jahr waren mit 2,2 Millionen Hektoliter sogar 17 Prozent mehr geerntet worden. Bei den weißen Mosten (3,9 Millionen Hektoliter) fehlen nach den vorliegenden Schätzungen gegenüber dem Vorjahr nur zwei Prozent.

Die Reben überstanden den langen und strengen Winter ohne größere Schäden. Der Austrieb erfolgte nur geringfügig früher, da der Frühling nicht so warm ausfiel wie im Jahr 2011. Die sich anschließenden kühleren Witterungsabschnitte führten zu einem verzögerten Beginn der Blüte. Während im vergangenen Jahr fast alle Anlagen schon Anfang Juni in der Blüte standen, setzte die diesjährige Blüte in gut einem Drittel der Anlagen erst in der zweiten Juni-Dekade ein.

Wegen der kühleren und niederschlagsreichen Witterung im Juni zog sich die Blüte deutlich länger hin und es gab keinen übermäßigen Fruchtansatz (Geschein).

Die Pfalz wird gegenüber dem Vorjahr mit 1,8 Prozent voraussichtlich das geringste Minus aufweisen. Die größten Rückgänge werden mit 18 bzw. 13 Prozent an der Mosel und am Mittelrhein erwartet. In Rheinhessen – dem größten Weinanbaugebiet Deutschlands – dürfte der Rückgang bei 8,5 Prozent liegen. An der Nahe beträgt das erwartete Minus 3,3 Prozent, für das Anbaugebiet Ahr wird mit einem Minus von 7,2 Prozent gerechnet.

Die konkrete Ertragsentwicklung sowie die Qualität der zu erntenden Moste hängen im hohen Maße vom weiteren Witterungsverlauf ab.

Im Rahmen der Ernte- und Betriebsberichterstattung berichten rund 320 Ernteberichterstatterinnen und Ernteberichterstatter regelmäßig über die Wachstumsstände der Reben und die Weinmosterträge. Bei den Ertragschätzungen wird stets davon ausgegangen, dass der weitere Witterungsverlauf keine Extreme aufweist.

Autor: Jörg Breitenfeld (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Energie)

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