Ausweitung Südumfliegung bringt mehr Fluglärm nach Rheinhessen

Fluglärm Flughafen Frankfurt

Lewentz rügt noch stärkere Nutzung der Südumfliegung

Mainz, 20.09.12. Infrastrukturminister Roger Lewentz hat sich entschieden gegen die Verlagerung zusätzlicher Flüge des Flughafens Frankfurt auf die so genannte Südumfliegung ausgesprochen. Nach einer Ankündigung der Deutschen Flugsicherung DFS werden besonders schwere und damit auch laute Maschinen ab dem 20. September die von Rheinland-Pfalz abgelehnte Flugroute nutzen. Bisher wurden nur die kleineren und mittelgroßen Flugzeuge mit hohen Steigleistungen auf die Südumfliegung verlagert.

Ursprünglich hatte die DFS vorgesehen, erst im kommenden Jahr verstärkt große Flugzeuge über Rheinhessen und Mainz zu leiten. „Die Region nordwestlich des Flughafens wird mit diesem Schritt fast vollständig von den Abflügen entlastet. Zugleich werden aber die im Süden des Flughafens gelegenen hessischen Gemeinden, die südlichen Stadtteile von Mainz und Gemeinden in Rheinhessen massiv neu belastet. Vor allem südlich und westlich des Flughafens gibt es jetzt neue höchstbelastete Regionen“, so der rheinland-pfälzische Infrastrukturminister.

Rheinland-Pfalz lehne die Südumfliegung grundsätzlich ab, bekräftigte Lewentz. Für das Land sei es erst recht nicht nachvollziehbar, wieso die schweren Flugzeuge bereits jetzt den Umweg auf der Südumfliegung nutzen sollen, obwohl dies auch mit Blick auf die Kapazitätsauslastung in Frankfurt gar nicht notwendig sei oder durch Flugroutengenehmigungen vorgegeben werde, unterstrich der Minister.

Für diese einseitige Verschiebung der Lärmbelastung in die südlichen Gemeinden des Flughafens und nach Rheinland-Pfalz gebe es keinen nachvollziehbaren Grund, es sei denn, es habe von Anfang an entsprechende Vorfestlegungen zur Entlastung der Region nordwestlich des Flughafens gegeben. „Es ist äußerst fraglich, ob hier die Belange der nun neu betroffenen Menschen insgesamt von der DFS und dem Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung angemessen abgewogen wurden“, so Lewentz.

Deshalb unterstütze das Land auch Klagen gegen die Südumfliegung. Mit der Südumfliegung und der jetzt vorgezogenen stärkeren Belastung dieser Route wurden höchst belastete Regionen an neuer Stelle geschaffen, betonte der Minister.

Es sei auch nicht nachvollziehbar, wie man eine Routenplanung habe verfolgen können, mit der für einzelne Gemeinden eine Fluglärmbelastung an 365 Tagen im Jahr verursacht würde. Dies gelte auch dann, wenn dort die gesetzlichen Lärmgrenzwerte nach den Berechnungen gerade nicht mehr erreicht würden. Im Süden von Mainz und Rheinhessen seien zehntausende Menschen betroffen, so Lewentz, denen aufgrund der Südumfliegung zukünftig am Tag überhaupt keine Lärmpause mehr gegönnt werde. Das sei nicht akzeptabel, zumal gleichzeitig an anderer Stelle dafür massive Entlastungen stattfinden sollen. Die Südumfliegung sei zudem durch den erheblichen Umweg über Rheinhessen und Mainz mit unnötigem Kerosinverbrauch auch ökonomisch und ökologisch fragwürdig. Lewentz erinnerte daneben an Aussagen der Gewerkschaft der Fluglosten, die vor Sicherheitsproblemen infolge von Überschneidungen des Fehlanflugverfahrens auf die Südbahn mit den Abflügen von der Center-Bahn in Richtung Südumfliegung gewarnt hatten. Dass es hier bei der notwendigen betrieblichen Koordinierung zu Problemen kommen könne, hätten Vorfälle in der jüngsten Vergangenheit bereits gezeigt. Der Minister erinnerte daran, dass Rheinland-Pfalz Alternativen zur Südumfliegung aufgezeigt habe. Er begrüßte, dass sich auf Bestreben des Landes die Fluglärmkommission nochmals mit den Folgen der Südumfliegung auseinandersetzen werde.

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