25 Prozent der Rheinland-Pfälzer haben Migrationshintergrund

Fast jeder fünfte Einwohner hat Migrationshintergrund – Im Schnitt deutlich jünger als die übrige Bevölkerung

Bad Ems, 21.09.12. Im Jahr 2011 lebten in Rheinland-Pfalz rund 764.000 Menschen mit Migrationshintergrund. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, liegt Rheinland-Pfalz mit einem Anteilswert von 19,1 Prozent an der Gesamtbevölkerung leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 19,5 Prozent. Unter den westdeutschen Bundesländern weisen mit Bremen (28,1 Prozent) und Hamburg (26,9 Prozent) zwei Stadtstaaten die höchsten Werte auf, in Schleswig-Holstein lag er mit 12,4 Prozent am niedrigsten.

Menschen mit Migrationshintergrund sind im Schnitt deutlich jünger als jene ohne Migrationshintergrund. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung mit Migrationshintergrund lag im Jahr 2011 bei knapp 35 Jahren, das der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund hingegen bei über 46 Jahren. Im Ergebnis sind Menschen mit Migrationshintergrund in den jüngeren Altersgruppen überdurchschnittlich stark vertreten. So weisen fast ein Drittel (30,1 Prozent) der Kinder und Jugendlichen unter 20 Jahren einen Migrationshintergrund auf. Umgekehrt verhält es sich bei der älteren Bevölkerung. Lediglich 8,2 Prozent der Bevölkerung ab 65 Jahren zählt zu den Menschen mit Migrationshintergrund. Der Anteil bei den Personen im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 65 Jahren entspricht hingegen mit 19,6 Prozent in etwa dem Wert an der Gesamtbevölkerung.

Zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund zählen einerseits Menschen, die aus dem Ausland zugewandert sind und damit über eigene Migrationserfahrung verfügen. Im Jahre 2011 belief sich deren Zahl auf 522.000 Personen (13,1 Prozent der Gesamtbevölkerung), wobei 269.000 eine deutsche und 253.000 eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzen. Hinzu kommen Menschen mit Migrationshintergrund, jedoch ohne eigene Migrationserfahrung. Hierzu zählen in Deutschland geborene Ausländer oder Nachkommen von Zugewanderten. Diese Gruppe umfasste im Jahr 2011 rund 242.000 Personen (6,1 Prozent der Gesamtbevölkerung), wobei Deutsche (188.000 Personen) wesentlich stärker vertreten sind als Ausländerinnen und Ausländer (54.000 Personen).

Die Daten stammen aus der Mikrozensusbefragung 2011. Bei dieser jährlichen Erhebung werden ein Prozent aller Haushalte zu ihrer wirtschaftlichen und sozialen Situation befragt. In Rheinland-Pfalz werden für die Stichprobe des Mikrozensus 18.000 Haushalte ausgewählt. Zu den Menschen mit Migrationshintergrund im engeren Sinne zählen sowohl Zugewanderte, d. h. Menschen mit eigener Migrationserfahrung (Ausländer, aber auch deutsche Zugewanderte), als auch Menschen ohne eigene Migrationserfahrung (etwa in Deutschland geborene Ausländer oder Nachkommen von Zugewanderten).

Autor: Hans-Peter Fein (Abteilung Bevölkerung und Gesellschaft)

This entry was posted in Allgemein and tagged , , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.