Tourismus Bundesgartenschau wirkt nach

Tourismus

Bislang weniger Gäste und Übernachtungen als im Rekordjahr 2011 Tourismus im Land aber über dem Niveau früherer Jahre

Bad Ems, 21.09.12 Die rheinland-pfälzische Tourismusbranche musste nach sinkenden Zahlen im Juni auch im Juli erhebliche Rückgänge bei den Gästen (minus 10,6 Prozent) und Übernachtungen (minus 8,3 Prozent) hinnehmen – insbesondere wohl auch witterungsbedingt. Besonders stark sanken im Juli die Übernachtungszahlen in den Regionen Rheintal, Mosel-Saar und Ahr.

Der Rückgang im Juli beeinträchtigt das gesamte bisherige Jahresergebnis. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems übernachteten von Januar bis Juli 2012 fast 4,4 Millionen Gäste im Land. Das waren zwei Prozent weniger als im Jahr zuvor. Gleichzeitig ging die Zahl der Übernachtungen um 1,6 Prozent auf knapp 11,8 Millionen zurück. Im Jahr 2011 hatte die rheinland-pfälzische Tourismusbranche einen Rekord bei Gästen und Übernachtungen verzeichnet.

Trotz des jetzt zu beobachtenden Rückgangs liegen sowohl die Gäste- als auch die Übernachtungszahlen höher als in den Jahren vor 2011.

In den Tourismusregionen verlief die Entwicklung unterschiedlich. Vier der neun Gebiete zählten mehr Gäste- und Übernachtungen, wobei die Pfalz und das Naheland die vorderen Plätze belegten. Im Hunsrück stiegen zwar die Übernachtungszahlen, das Gästeaufkommen ging jedoch zurück. In die übrigen Regionen kamen weniger Gäste, und auch die Zahl der Übernachtungen sank. Hier musste das Rheintal sowohl bei den Gästen als auch bei den Übernachtungen den stärksten Rückgang verkraften. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die dortigen Tourismusbetriebe in den ersten sieben Monaten 2011 ? in erster Linie wohl durch die Bundesgartenschau in Koblenz ? das mit Abstand höchste Plus unter den Regionen auswiesen. Trotz des Rückgangs liegen sowohl die Gäste- als auch die Übernachtungszahlen im Rheintal deutlich über dem Niveau der Jahre vor der Bundesgartenschau. Die Stadt Koblenz verzeichnete im Zeitraum Januar bis Juli einen Rückgang von 8,5 Prozent bei den Gästen und von 10,7 Prozent bei den Übernachtungen. Auch hier liegen die Gäste- und Übernachtungszahlen weit über den Werten früherer Jahre.

Jugendherbergen, Hütten, Vorsorge- und Rehabilitationskliniken sowie Pensionen verzeichneten in den ersten sieben Monaten ein Gäste- und Übernachtungsplus. In Ferienhäusern und Ferienwohnungen wurden zwar mehr Übernachtungen gezählt, die Gästezahlen gingen aber zurück. In den übrigen Betriebsarten sank das Gäste- und Übernachtungsaufkommen. In den Hotels, die 40 Prozent aller Übernachtungen auf sich vereinigen, ging die Gästezahl um 1,9 Prozent und die Übernachtungszahl um 2,7 Prozent zurück.

Nahezu 3,4 Millionen Übernachtungsgäste aus Deutschland besuchten Rheinland-Pfalz. Das waren 2,2 Prozent weniger als im Zeitraum von Januar bis Juli 2011. Die Zahl ihrer Übernachtungen ging um 1,7 Prozent auf nicht ganz 9,1 Millionen zurück. Aus dem Ausland kamen fast 992.000 Besucher (minus 1,2 Prozent), auf die fast 2,7 Millionen Übernachtungen (minus 1,2 Prozent) entfielen.

Unter den Gästen aus dem Ausland bilden die Niederländer die mit Abstand größte Gruppe. Sie buchten fast 1,1 Millionen Übernachtungen. Das waren allerdings 35.500 bzw. 3,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Auf Rang zwei lagen die Gäste aus Belgien mit über 484.000 Übernachtungen, fast 4.000 mehr als in den ersten sieben Vorjahresmonaten (plus 0,8 Prozent). An dritter Stelle folgten die Gäste aus den USA, auf die mehr als 207.000 Übernachtungen entfielen. Das waren 10.700 weniger als in den ersten sieben Monaten 2011 (minus 4,9 Prozent).

Die Ergebnisse basieren auf der monatlichen Befragung aller Beherbergungsbetriebe mit zehn und mehr Fremdenbetten sowie der Kleinbetriebe in ausgewählten Fremdenverkehrsorten in Rheinland-Pfalz.

Autor: Wolfgang Ellermeyer (Sachgebiet Handel, Gastgewerbe, Gewerbeanzeigen)

This entry was posted in Allgemein and tagged , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.