Radiopreis für ARD feature zu Japan

Sonderpreis für ARD-Radiofeature beim Prix Italia „Souteigai – Jenseits der Vorstellung“ (DLR Kultur/BR) von Malte Jaspersen erhält Sonderpreis des Präsidenten der Republik Italien / Preisverleihung am Samstag, 22.09.

Mainz, 22.09.12 Das Feature „Souteigai – Jenseits der Vorstellung. Japan und die Dreifachkatastrophe“ (DLR Kultur/BR) von Malte Jaspersen wird am Samstag (22.9.) in Turin im Rahmen des Prix Italia mit dem Sonderpreis des Präsidenten der Republik Italien ausgezeichnet. Die Auszeichnung ist nicht dotiert.

„Souteigai“, „unvorstellbar“, sagte der japanische Regierungssprecher, als die Flutwellen im März 2011 die Küste überrollten. „Souteigai“ rechtfertigte sich AKW- Betreiber Tepco angesichts der Kernschmelzen von Fukushima. „Souteigai“ dachten die Menschen, die zusehen mussten, wie das Wasser Häuser und Menschen niederwalzte. Malte Jaspersen lebt seit über 20 Jahren in Kyoto. Wiederholt reiste er in die betroffenen Gebiete, sprach mit Helfern, die Unvorstellbares gesehen, mit Bauern, die durch Fukushima ihre Existenz verloren haben, mit Anti-AKW-Aktivisten, Philosophen, Wiederaufbauspezialisten und einem bekannten Schauspieler, dessen Engagements auf Druck der AKW-Industrie gekündigt wurden, weil er sich öffentlich gegen Atomenergie ausgesprochen hatte. Wie versuchen die Menschen die Katastrophen zu bewältigen? Unter den vielen bemerkenswerten Fakten, die das Feature auszeichnen, überzeugte die Jury besonders, wie der Autor die gesellschaftliche Haltung gegenüber der Atomkraft in Japan darstellt: von der positiven Sicht der Behörden, die Kritik unterdrücken, bis zur Erkenntnis, dass die Katastrophe zum historischen Wendepunkt für die Atomkraftnutzung geworden ist.

Malte Jaspersen, geboren 1955 in Köln, aufgewachsen im Ruhrgebiet, arbeitet als Dozent an einer japanischen Universität und produziert seit fast 20 Jahren Features und Hörspiele für den Hörfunk sowie audio-visuelle Installationen für Ausstellungen.

Die Auswahl über die Einreichungen des ARD-Hörfunks für den Prix Italia 2012 traf eine Vorjury unter Vorsitz von Hans Dieter Heimendahl. Das Sekretariat liegt beim Südwestrundfunk in Baden-Baden und wird von SWR2- Programmchef Johannes Weiß verantwortet. Der Wettbewerb Prix Italia gilt als älteste und bedeutendste internationale Auszeichnung für Radio, Fernsehen und Internet und wird 2012 zum 64. Mal vergeben. Öffentlich-rechtliche und private Radio- und Fernsehstationen aus mehr als 40 Ländern sind Partner und ständige Mitglieder des Prix Italia.

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