Energie treibt Preise hoch

Verbraucherpreise im September 2,3 Prozent höher als vor einem Jahr Jahresteuerungsrate weiterhin auf hohem Niveau

Bad Ems, 26.09.12 Die Verbraucherpreise in Rheinland-Pfalz sind im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,3 Prozent gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems liegt die Jahresteuerungsrate damit – wie schon im August – deutlich über der geldpolitisch wichtigen Zwei-Prozent-Marke.

Ein weiteres Mal waren es die Energiepreise, die maßgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Energie verteuerte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat insgesamt um 7,4 Prozent, wobei vor allem die Preise für Mineralölprodukte (plus 9,5 Prozent) deutlich zulegten. Heizöl verteuerte sich um 9,6 Prozent, Kraftstoffe um 9,4 Prozent. Überdurchschnittliche Preisanstiege waren auch bei Strom (plus 4 Prozent), Gas (plus 5,6 Prozent) und den Umlagen für Zentralheizung und Wärme (plus 8,8 Prozent) festzustellen. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im September – wie schon im August – bei 1,6 Prozent gelegen.

Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke stiegen im Vergleich zum September 2011 um 3,1 Prozent. Deutliche Preiserhöhungen waren vor allem bei Obst (plus 9,8 Prozent) festzustellen; aber auch die Preise für Fleisch und Fleischwaren (plus 4,9 Prozent) sowie Fische und Fischwaren (plus 5,5 Prozent) stiegen spürbar. So verteuerten sich beispielsweise Hackfleisch um 10,7 Prozent, Birnen um 18 Prozent und Zitronen um 19,8 Prozent. Günstiger für die Verbraucherinnen und Verbraucher entwickelten sich die Preise für Molkereiprodukte und Eier (minus 3 Prozent) sowie für Speisefette und -öle (minus 8,6 Prozent). H-Milch verbilligte sich binnen Jahresfrist um 12,2 Prozent, Sahne um 11,7 Prozent.

Veränderungen gegenüber August 2012

Im Vergleich zum Vormonat änderte sich der Verbraucherpreisindex nicht. Gleichwohl gab es unterschiedliche Entwicklungen in verschiedenen Bereichen. Hervorzuheben sind dabei die deutlichen Preissteigerungen bei Mineralölprodukten (plus 3,8 Prozent). Aber auch Bekleidung und Schuhe (plus 3,3 Prozent) verteuerten sich saisonbedingt spürbar gegenüber August. Sinkende Preise waren hingegen – ebenfalls saisonbedingt – bei Freizeit, Unterhaltung und Kultur (minus 1,9 Prozent; darunter Pauschalreisen: minus 8,3 Prozent) sowie Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen (minus 3 Prozent; darunter Miete für Ferienwohnungen und -häuser: minus 25,3 Prozent ) zu verzeichnen.

Der Verbraucherpreisindex misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in Rheinland-Pfalz in 11 Berichtsgemeinden 17 Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) gut 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preisveränderungen von rund 750 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sog. Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt.

Autor: Hans-Peter Fein (Abteilung Bevölkerung und Gesellschaft)

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