Zweihunderttausend Menschen leiden im Land an Depression

Depression kann jeden treffen – und ist behandelbar

LZG informiert zum 9. Europäischen Depressionstag am 1. Oktober 2012

Mainz, 27.09.12 Der 9. Europäische Depressionstag am 1. Oktober 2012 steht unter dem Motto: “Depression and Workplace – Depression und Arbeitsplatz“. Der von der European Depression Association (EDA) ins Leben gerufene jährliche Gedenktag verfolgt das Ziel, die Aufmerksamkeit für die Erkrankung in der Gesellschaft zu erhöhen.

„Es ist wichtig, die Depression aus der Tabuzone heraus in den Fokus öffentlicher Wahrnehmung zu holen und über ihre Symptome und ihre Behandelbarkeit aufzuklären“, sagt Jupp Arldt, Geschäftsführer der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. „Die moderne Arbeitswelt stellt für viele Menschen eine große Belastung dar: Lange Entfernungen zum Arbeitsplatz, hohe Leistungsanforderungen und Mehrfachbelastungen durch Beruf, Kinder und häufig auch noch die Pflege älterer Angehöriger – all das bewirkt Stress, der den Ausbruch einer psychischen Störung, wie etwa einer Depression, begünstigen kann“, so Arldt. Daher sei es für Betroffene wichtig, erste Symptome zu erkennen und sich frühzeitig Hilfe zu holen. Auch Arbeitgeber oder Kolleginnen und Kollegen sollten sich nicht scheuen, bei Verdacht auf eine Depression zu reagieren und der Person Unterstützung anzubieten. „Wer unter einer Depression leidet, soll wissen: Das ist keine Schande und kein persönliches Versagen, sondern eine Krankheit, die behandelt werden kann“, appelliert der LZG-Geschäftsführer.

Dass die Depression heute zu den Volkskrankheiten zählt, ist Ergebnis einer weltweit durchgeführten Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Auch in Deutschland ist die Krankheit auf dem Vormarsch: Schätzungen zufolge leiden vier Millionen Menschen an einer depressiven Verstimmung bis hin zu einer behandlungsbedürftigen Depression – das sind fünf Prozent der Gesamtbevölkerung. In Rheinland-Pfalz sind rund 200.000 Menschen depressiv erkrankt.

Zwar scheint es Depressionen schon immer gegeben zu haben, wie viele Beispiele aus der Geschichte zeigen. Aber: Die Zahl der diagnostizierten Krankheitsfälle hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Schwere Depressionen werden heute zehnmal häufiger als noch vor fünfzig Jahren ärztlich festgestellt. Doch viele Betroffene verschweigen ihr Leid und geraten dadurch immer tiefer in die Depression.

Um die Aufmerksamkeit für die Erkrankung in der Gesellschaft zu erhöhen und das Wissen über die Behandlungsmöglichkeiten zu fördern, hat Gesundheitsministerin Malu Dreyer 2009 die Gründung regionaler Bündnisse in Rheinland-Pfalz angeregt. Die Initiative „Bündnisse gegen Depression in Rheinland-Pfalz“ hat ihren Sitz in der LZG und konnte in den vergangenen drei Jahren elf Bündnisse gegen Depression in ihrer Entstehung und Entwicklung begleiten. Die regionalen Bündnisse wollen die Öffentlichkeit vor Ort für das Thema Depression sensibilisieren. Sie verstehen sich als Netzwerke rund um das Erkennen, die Behandlung und Bewältigung von Depressionen. In den Regionen bewirken sie, dass Hilfsangebote besser koordiniert und bekannt gemacht werden können.

Auf einer Veranstaltung mit dem Titel „Von 1 auf 11 – Bündnisse gegen Depression für Rheinland-Pfalz!“ am 15. November 2012 im Schloss Waldhausen in Budenheim zieht die Initiative vorläufige Bilanz und sammelt Ideen für die Fortsetzung ihrer Arbeit.

Für am Thema interessierte Menschen hat die LZG eine Broschüre veröffentlicht: „Depression. Eine Informationsbroschüre“. Auf 30 Seiten vermittelt die Broschüre in eingängigen Worten Wissen über die Grundlagen der Erkrankung, stellt Hilfsangebote vor und macht über Erfahrungsberichte nachvollziehbar, was sich am Erleben eines depressiv erkrankten Menschen ändert.

Die Broschüre kann gegen Rückporto (1,45 Euro in Briefmarken) bei der LZG bestellt werden.

Adresse: Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V., Ralf Krzistek, Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz. Stichwort: Depressionsbroschüre. Bei Rückfragen Telefon 06131 2069-12.

Weitere Informationen zum Thema Depression gibt es auf der Homepage der Initiative unter www.rlp-gegen-depression.de

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