Roger Lewentz fordert Handeln gegen Bahnlärm

Bahnlärm

Lewentz: Präsentationen müssen Taten folgen

Mainz, 02.10.12 Zur erneuten Demonstrationsfahrt eines Zuges mit so genannten Flüsterbremsen er- klärt Infrastrukturminister Roger Lewentz: „Den Präsentationen von leiseren Zügen müssen endlich Taten folgen und spürbare Veränderungen das Leben im Mittelrhein- tal leiser machen.“ Gestern hatten Bahnchef Rüdiger Grube und Bundesverkehrsminis- ter Peter Ramsauer die ersten umgerüsteten Güterwaggons in Bingen bei einer Hör- probe inspiziert. Die Vorstellung der Test- und Studienergebnisse ließe vorsichtigen Optimismus zu, da sie viele technische Möglichkeiten aufzeige, Bahnlärm effektiv zu verringern. „Die un- zumutbare Lärmbelastung für die Menschen verringert sich jedoch nicht allein durch Testergebnisse und Demonstrationsfahrten. Bereits 2007 hat es eine solche Präsen- tationsfahrt gegeben. Wir könnten für den Lärmschutz schon viel mehr im Mittelrhein- tal erreicht haben“, so der Minister. So sei nach einer bereits im Jahr 2009 veröffent- lichten Förderrichtlinie vorgesehen, 5.000 Güterwagen auf die lärmarme Bremstechnik mit den so genannten K-Sohlen umzurüsten. Die aktuelle Zwischenbilanz des Förder- programms „Leiser Rhein“ sei derzeit eher ernüchternd. Einzig DB Schenker Rail ha- be für 1.250 Wagen davon Gebrauch gemacht und die Umrüstung eingeleitet. In Deutschland seien aber rund 180.000 Güterwagen regelmäßig im Einsatz.

Lewentz verwies auf die teilweise positiven Ergebnisse der mit hohem Aufwand durchgeführten innovativen Modellversuche im Rheintal – beispielsweise den Einsatz von so genannten Schienenwegbedämpfern und niedrigen Lärmschutzwänden – die seiner Meinung nach an geeigneten Orten zu einem breiteren Einsatz kommen soll- ten. „Hierfür sind nicht nur ausreichend finanzielle Mittel gefordert“, so der Minister. Dies gelte auch für ein stärkeres Engagement auf europäischer Ebene: „Eine europa- weit einheitliche Regelung, wie alte und laute Zügen – vor allem beim Gütertransport – effektiv ausgetauscht oder umgerüstet werden, tut Not.“ Zudem erinnerte Roger Le- wentz darauf, dass die wirtschaftlichen Anreize langfristig durch ordnungspolitische Maßnahmen ergänzt werden müssten. Dies betreffe insbesondere die Forderung nach Einführung von Tempolimits für Güterzüge und das Verbot lauter Güterwagen beispielsweise ab dem Jahr 2020 nach Beendigung des Umrüstprozesses.

Auch beim Thema „lärmabhängiges Trassenpreissystem“ könne man sich größere Fortschritte vorstellen. „Der Unterschied im Trassenpreis für laute und leise Wagen ist viel zu gering, um die investiven und betrieblichen Mehrkosten leiser Wagen für die Eisenbahn und Wagenhalter auszugleichen“, betonte Lewentz.

Der Bahnlärm entlang des Rheins war auch Thema des Gesprächs zwischen Minister Lewentz und seinem hessischen Amtskollegen, Florian Rentsch. Beide Politi- ker seien sich einig, dass die rheinland-pfälzische und die hessische Landesregierung gemeinsam alles Mögliche tun wollen, damit es endlich zu einer echten Lärmentlas- tung der Menschen im Rheintal käme, so Lewentz.

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