LZG schult Gesundheitsmediatoren für Migranten

Gesundheitswissen für Menschen mit Migrationshintergrund

LZG bildet Gesundheitsmediatoren zum Thema Familienplanung fort

Mainz, 04.10.12 Welche Verhütungsmethoden gibt es? Was kann bei unerfülltem Kinderwunsch getan werden? Und welche Möglichkeiten bietet das deutsche Gesundheitssystem im Fall einer Schwangerschaft an? Menschen mit Migrationshintergrund stehen beim Thema Verhütung und Schwangerschaft oft vor Fragen, auf die sie infolge sprachlicher oder kultureller Barrieren nur eingeschränkt Antworten finden. Die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) bietet in Zusammenarbeit mit dem Pro Familia Zentrum Mainz eine Fortbildung an, die ehrenamtliche Gesundheitsmediatorinnen und -mediatoren dazu anleiten soll, Migrantinnen und Migranten über den Themenbereich Verhütung und Schwangerschaft kultursensibel zu informieren. Referentin ist die Pro Familia-Ärztin Ruth Gottwald.

Kulturell unterschiedliche Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit, geringe Sprachkenntnisse und Unsicherheiten darüber, wie das deutsche Gesundheitswesen funktioniert und welche Ansprüche man hat – es gibt viele Gründe, die dazu führen können, dass Menschen mit Migrationshintergrund in gesundheitlich schwierige Situationen geraten. Besonders auf dem Gebiet der Sexualität und Schwangerschaft zeigen sich Differenzen zwischen den Kulturen. Dazu gehören etwa eine unterschiedliche Bedeutung und Bewertung von Sexualität, Unterschiede in der Kommunikation über sexuelle Inhalte sowie eine andere Verbindlichkeit von sexuellen und religiösen Normen. Das macht es Migrantinnen und Migranten oft schwer, für Probleme auf diesem Gebiet Lösungen zu finden. Gleichwohl zeigen Studienergebnisse der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), dass insbesondere Frauen türkischer Herkunft ein großes Interesse an Themen wie Sexualität, Verhütung und Schwangerschaft haben.

Die LZG bietet die Fortbildung im Rahmen des Landesleitprojektes „Gesundheitsnetzwerke für Menschen mit Migrationshintergrund“ an. Das Projekt im Auftrag der Landesregierung hat bisher fünf Netzwerke in Rheinland-Pfalz initiiert, in denen Personen, Institutionen und Dienstleister aus den Bereichen Gesundheit, Migration/Integration, Kultur, Politik, Wirtschaft und Medien zusammen geschlossen sind, um gemeinsam in ihren Regionen die Gesundheitsförderung von Migrantinnen und Migranten voranzutreiben. In den fünf Netzwerken vor Ort wurden rund 75 Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zu ehrenamtlichen Gesundheitsmediatorinnen und -mediatoren ausgebildet. Ihre Aufgabe ist es, zukünftig ihr Lebensumfeld für Gesundheitsthemen zu sensibilisieren. Dabei geben sie ihr erworbenes Wissen unter Migrantinnen und Migranten weiter und beraten und begleiten die Menschen auf ihrem Weg durch das deutsche Gesundheitswesen. Die bisherigen Ausbildungsmodule für die Gesundheitsmediatorinnen und -mediatoren befassten sich mit Themen wie zum Beispiel Diabetes, Ernährung, Seelische Gesundheit, Demenz oder Stressbewältigung. Die nun angebotene Fortbildung „Familienplanung“ ist eine wichtige Ergänzung im Themenportfolio der Ehrenamtler.

Es sind noch einige Plätze frei, so dass die LZG auch anderen Interessierten, die beruflich oder ehrenamtlich mit Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten, eine Teilnahme anbietet. Die Fortbildung findet statt am Mittwoch, 10. Oktober 2012 von 17:00 bis 20:00 Uhr in der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V., Hölderlinstraße 8, 55131 Mainz. Informationen bei Behrouz Asadi, Telefon 06131 2069-47 oder basadi@lzg-rlp.de.

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