Geschichte der Deportation von Kindern und Jugendlichen im NS-Regime

Schulen:

Ahnen: Zug der Erinnerung ist Beitrag zur Demokratieerziehung

Mainz, 08.10.12 Am kommenden Sonntag ist es soweit. Dann wird der Zug der Erinnerung auf seiner „Tour durch die Pfalz“ an der ersten Station in Landau eintreffen. „Der Zug der Erinnerung, dessen Ausstellungsangebot sehr eindrucksvoll die mit den Massendeportationen unter nationalsozialistischer Herrschaft verbundenen Schicksale dokumentiert, hat bereits bei seiner ersten Rundreise durch Rheinland-Pfalz im Jahr 2009 sehr viele Besucherinnen und Besucher angezogen und ist ein wichtiges Angebot der Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus und der Demokratieerziehung. Daher unterstützt das Bildungsministerium die von Schulen und Kommunen in der Pfalz gestartete Initiative, den Zug nun auch nach Landau, Germersheim, Schifferstadt, Neustadt und Haßloch zu holen, sehr gerne“, unterstrich Bildungsministerin Doris Ahnen. Mit insgesamt 30.000 Euro hat das Land die Hälfte der in den fünf Kommunen anfallenden Kosten für einen Stopp des Zuges der Erinnerung übernommen. Die Stadt Pirmasens, die den Abschluss der „Tour durch die Pfalz“ bildet, hatte sich erfolgreich um eine Bundesförderung beworben.

Der Zug der Erinnerung besteht aus mehreren Waggons, in denen die Geschichte der europäischen Deportationen unter der NS-Herrschaft in beispielhaften Biografien nacherzählt wird. Über viele Tausende Kilometer deportierten die SS, das Reichsverkehrsministerium und die Deutsche Reichsbahn unter anderem über eine Million Kinder und Jugendliche. Die Fotos der Opfer und ihre letzten Briefe, die sie aus den Reichsbahn-Waggons warfen, stehen für das Los der Millionen, die in den Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet wurden. Gegenübergestellt werden diesen Zeitdokumenten Bilder von Kindern und Jugendlichen, die später zu Opfern der Deportationswelle wurden, in ihrem vorherigen Alltagsleben. In einem weiteren Ausstellungsbereich werden zudem mehrere Täter der unterschiedlichen Funktionsebenen vorgestellt, die für den Transport der todgeweihten Kinder und Jugendlichen in die Vernichtungslager sorgten. Und in einem eigenen Ausstellungsabschnitt können leere Tafeln durch die Recherche von Schulen und anderen Organisationen mit Fotos und Biographien einzelner Kinder aus den Gemeinden und Städten, in denen der Zug Station macht, gefüllt werden. Recherchehilfen bei dieser Spurensuche leisten dabei ein Computer und eine Handbibliothek.

„Die Schulen, die Kommunen und viele Organisationen haben sich im Vorfeld der Rundreise des Zuges der Erinnerung durch die Pfalz bereits intensiv mit dem in der Regel zweitägigen Aufenthalt des Zuges beschäftigt. Neben zahlreichen schulischen Projekten entstanden dabei auch vielfältige Aktivitäten für ein attraktives Rahmenprogramm. Für dieses große Engagement möchte ich mich ausdrücklich bedanken“, betonte Bildungsministerin Ahnen.

Die Stationen des Zugs der Erinnerung in der Pfalz sind: Landau: 15.10. bis 16.10. (Eintreffen des Zuges: Sonntag, 14.10.) Germersheim: 17.10. bis 18.10. Schifferstadt: 19.10. bis 20.10. Neustadt: 22.10. bis 24.10. Haßloch: 25.10. bis 27.10. Pirmasens: 29.10. bis 31.10.

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