Hochqualifizierte Frauen verdienen 30 Prozent weniger als Männer

Gender Pay Gap: Differenzierte Auswertungen für das Jahr 2010 liegen vor Deutliche Unterschiede bei Hochqualifizierten

Bad Ems, 08.10.12 Der sogenannte Gender Pay Gap, d. h. der prozentuale Unterschied zwischen den durchschnittlichen Stundenverdiensten von Frauen und Männern, lag im Jahr 2010 in Rheinland-Pfalz bei 22 Prozent. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, bestätigt sich nach Auswertung der Verdienststrukturerhebung 2010 damit der zurückliegend bereits veröffentlichte und seinerzeit über eine Fortschreibung für das Jahr 2010 ermittelte Wert.

Die Verdienststrukturerhebung fördert eine Reihe interessanter Aspekte zutage. So steigt der Gender Pay Gap mit dem Bildungsniveau. Bei niedrigen Abschlüssen (z. B. der Haupt- oder der Realschule) lag er im Jahr 2010 bei 15 Prozent. Bei Hochqualifizierten (z. B. den Inhabern eines Hochschulabschlusses oder einer Promotion) betrug er hingegen 26 Prozent.

Deutliche Unterschiede zeigten sich auch bei einzelnen Berufsgruppen. Im Jahr 2010 verdienten in Führungspositionen tätige Frauen 27 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Noch deutlicher fiel der Gender Pay Gap bei technischen und gleichrangigen nichttechnischen Berufen aus. Hier verdienten Frauen im Durchschnitt 30 Prozent weniger als Männer.

Die Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern nehmen mit dem Alter zu. Während zwischen weiblichen und männlichen Beschäftigten im Alter von unter 25 Jahren praktisch keine Unterschiede festzustellen sind, betrug der Gender Pay Gap in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen bereits 10 Prozent und in der Gruppe der 35- bis 44-Jährigen 21 Prozent. In den Altersgruppen der 45- bis 54-Jährigen sowie der 55- bis 64-Jährigen lag er sogar bei 27 Prozent bzw. 28 Prozent.

Im Zeitverlauf erweist sich der Gender Pay Gap über alle Beschäftigungsgruppen als stabil. Die ursächlichen Faktoren unterliegen nur langsamen Veränderungsprozessen. So bewegte sich der Wert zwischen 2006 und 2010 auf konstantem Niveau. Für den Verdienstabstand spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Die Unterschiede sind z. B. in der Erwerbsbiographie bzw. in den jeweiligen beruflichen Präferenzen begründet.

Der Gender Pay Gap ist ein Strukturindikator der amtlichen Statistik, der den Unterschied der Bruttostundenverdienste von Frauen und Männern misst. Datenquelle ist die Verdienststrukturerhebung. Die Verdienststrukturerhebung wird in vierjährigen Abständen durchgeführt; die Ergebnisse werden u.a. für die Fortschätzung des Gender Pay Gap verwendet.

Im Rahmen der Verdienststrukturerhebung 2010 wurden in Rheinland-Pfalz mehr als 1.700 Betriebe aus dem produzierenden Gewerbe und dem Dienstleistungsbereich mit jeweils mindestens zehn Beschäftigten befragt.

Autorin: Merle Hattenhauer (Referat Mikrozensus, Haushaltserhebungen, Verdienste, Preise)

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