Altlast NS-Ideologie im Naturschutz

Lange Schatten? Akteure, Netzwerke und Konzepte bei der Begründung des Naturschutzes in der frühen Bundesrepublik Deutschland

Interdisziplinäre Tagung unter Beteiligung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz am 29. November 2012 / Anmeldung ab sofort möglich

(Mainz, 15.10.12 (voi) Im Jahr 1962 schrieb der Jurist Günther W. Zwanzig, dass es nach 1945 schwer war, die Naturschutzarbeit auf der Grundlage des 1935 von den Nationalsozialisten erlassenen Reichsnaturschutzgesetzes in Übereinstimmung mit dem Grundgesetz fortzuführen. Dennoch galt das Reichsnaturschutzgesetz in der Bundesrepublik Deutschland bis 1976, in der DDR bis 1954 weiter. Wo waren also die Schwierigkeiten? Wer sorgte letztlich für die Lösungen? Und wie beeinflussten diese den deutschen Naturschutz? Diesen und vielen anderen Fragen stellen sich Experten aus ganz Deutschland im Rahmen der interdisziplinären Tagung „Lange Schatten? Akteure, Netzwerke und Konzepte bei der Begründung des Naturschutzes in der frühen Bundesrepublik Deutschland“ am Donnerstag, 29. November 2012 im Landesmuseum Mainz, Große Bleiche 49-51, 55116 Mainz. Die Veranstalter – die Johannes Gutenberg-Universität Mainz [Geographisches Institut], die Universität Stuttgart und die Hochschule RheinMain – laden alle interessierten Besucherinnen und Besucher herzlich ein, die Tagung zu besuchen und konstruktiv mitzudiskutieren.

Der Eintritt ist frei.

Eine Anmeldung per E-Mail an franke@rechercheauftrag.de bis zum 26. November 2012 ist erforderlich.

Anfang der 1960er Jahre waren viele der Naturschutzprotagonisten noch durch die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland geprägt. Das bekannteste Beispiel ist wohl Hans Klose – bis 1952 war er Leiter der Vorläuferinstitution des heutigen Bundesamts für Naturschutz, vor 1945 Direktor der Reichsstelle für Naturschutz. Personen und Netzwerke, die vor 1945 den deutschen Naturschutz geprägt hatten, nahmen ihre Konzepte oft einfach in die neue Bundesrepublik Deutschland mit. Dies lässt sich zum Beispiel an einer der Traditionslinien des deutschen Naturschutzes, der symbolischen Aufladung der Natur, an die die nationalsozialistische Blut- und Bodenideologie anknüpfte, verfolgen. Die Tagung „Lange Schatten? Akteure, Netzwerke und Konzepte bei der Begründung des Naturschutzes in der frühen Bundesrepublik Deutschland“ spürt der historischen Entwicklung des Naturschutzes seit dem 2. Weltkrieg nach und diskutiert, wie gewisse Kontinuitäten möglich waren, wie sie sich im Laufe der Zeit verändert haben und was gegebenenfalls heute noch davon im Naturschutz aktuell oder auch verdeckt und unausgesprochen vorhanden, was neu zu bewerten oder schlichtweg abzulehnen und zu verurteilen ist.

Programm:

www.uni-mainz.de/veranstaltungskalender/09_geo_tagung_naturschutz.pdf

Weitere Informationen und Anmeldung:

Dr. Nils M. Franke

Wissenschaftliches Büro Leipzig

Herloßsohnstr. 17

D 04155 Leipzig

Tel. +49 6131 341 5831469

E-Mail: franke@rechercheauftrag.de

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