Gutachten für Doppelnationalpark Hochwald und Soonwald

Greenpeace-Sondergutachten zu Nationalparks in Rheinland-Pfalz

Mainz, 15.10.12. Ein von Greenpeace vorgelegtes Sondergutachten zur laufenden Suche eines geeigneten Nationalparks in Rheinland-Pfalz zeigt eine Kombinations-Lösung auf. Hiernach sollte die vorgeschlagene, relativ kleine Fläche eines Nationalparks Hochwald durch zusätzliche Wildnisflächen im Soonwald ergänzt werden.

Mit einer Größe von über 50 Quadratkilometer ist der Soonwald vor allem aufgrund seiner alten Buchenwälder wertvoll. Ein Großschutzgebiet für alte Buchenwälder ist eine große Chance für den Naturschutz und die Regionalentwicklung in Rheinland-Pfalz, sagt Martin Kaiser, Wald-Experte von Greenpeace.

Mit einer Kombination von Hochwald und dem Wildnisgebiet im Soonwald können naturschutz-fachliche Voraussetzungen und politische Rahmenbedingungen sinnvoll ergänzt werden, so Kaiser. Aufgrund der historischen Zerschneidung der ökologisch wertvollen Buchenwälder durch Nadelwälder und Straßen gibt es weniger geeignete Flächen für große Gebiete ohne Holznutzung. Für das Gutachten wurden entsprechende Luftbilder ausgewertet. Gerade in den ursprünglichen Buchenwäldern in Deutschland finden sich seltene Urwaldreliktarten. Nicht erfasst wurden jüngere Laubholzbestände sowie Mischbestände. Hier zeigt sich, dass im Hochwald nur eine begrenzte Fläche Buchenwälder zur Verfügung steht. Diese können sehr gut durch Wildnisflächen im Soonwald ergänzt werden.

In dem Sondergutachten des Buchenwälder-Experten Norbert Panek wird zudem deutlich, dass große naturferne Nadelholzbestände ein Problem für Nationalparks darstellen. Der Anteil älterer und damit für den Naturschutz bedeutsamerer Buchenwälder ist in Hochwald und Soonwald etwa gleich, jedoch hat der Hochwald knapp doppelt so viele auch große Waldkomplexe aus reinen Nadelbäumen.

Wir empfehlen der Landesregierung schnellstmöglich einen fachlich soliden Vorschlag für ein geeignetes Nationalparkgebiet sowie einen Verordnungsentwurf zu erarbeiten, sagt Gutachter Norbert Panek. „In Kombination bietet sich für den Soonwald momentan die Ausweisung eines mindestens 5.000 Hektar Wildnisgebiet Soonwald“ an. Ein solches Schutzgebiet wäre ein wichtiger weiterer Beitrag zur Umsetzung der von der Bundesregierung beschlossenen Nationalen Biodiversitätsstrategie, nach der zehn Prozent der öffentlichen Waldflächen für die natürliche Entwicklung bereitzustellen sind.

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