Verfolgung Homosexueller unter dem NS-Regime

Wider das Vergessen: „Rudolf Brazda (1913-2011). Die Deportation der Homosexuellen und die Gedenkarbeit in Frankreich“ Ein Vortrag von Jean-Luc Schwab am Sonntag, dem 28. Oktober um 11.00 Uhr in der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert

Mainz, 18.10.12. Homosexuelle Männer wurden vom NS-Regime unerbittlich verfolgt, gequält, in Konzentrationslager eingewiesen und häufig ermordet. Über ihr Schicksal ist noch immer wenig bekannt.

Rudolf Brazda wurde 1913 in einer tschechischen Einwandererfamilie, unweit von Altenburg (Thüringen) geboren. Infolge zweier Verurteilungen nach dem Paragraphen 175 wurde er im August 1942 in das KZ Buchenwald verschleppt, wo er bis zur Befreiung inhaftiert blieb. Er folgte einem Mithäftling in dessen Heimat ins Elsass, wo er sich dauerhaft niederließ. Dort ist er 2011 im Alter von 98 Jahren gestorben.

Neben der Schilderung des ungewöhnlichen Lebensweges Rudolph Brazdas stellt der Vortrag die Hauptaspekte der in der Geschichte beispiellosen Politik eines rigorosen Vorgehens gegen diese Bevölkerungsgruppe in den Mittelpunkt. Vorgestellt werden die Ziele der NS-Politik gegen Schwule und Lesben, die wichtigsten Gesetze, Anordnungen, Geheimbefehle und Sondermaßnahmen. Anhand von Beispielen aus Ermittlungen von Gestapo und Kripo in Städten von Rheinland-Pfalz wurde der Frage nachgegangen, ob sich die Politik gegen alle homosexuelle Männer richtete oder nur gegen bestimmte Gruppen. Außerdem werden die Lebensbedingungen jener Männer beleuchtet, die nicht in die Verfolgungsmaschinerie gerieten. Abschließens soll erörtert werden, welche Bedeutung die NS – Erfahrungen für uns heute haben.

Jean-Luc Schwab, Biograph von Rudolf Brazda ist auch Generalsekretär des französischen Vereins „Les Oubliées de la Mémoire – Association civile homosexuelle du Devoir de Mémoire“, der sich mit Fragen der Anerkennung der Homosexuellen als Opfergruppe der NS-Diktatur in Frankreich befasst.

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