Uni Mainz: Barrierefreien Übergang über Saarstraße gefordert

Uni Mainz

Ein Übergang für alle – Barrierefreie Ampellösung über Saarstraße gefordert

Mainz, 22.10.12. Zwar ist die Johannes Gutenberg-Universität Mainz ihres Zeichens eine der größten Campus-Universitäten Deutschlands, Platzmangel und Umbaumaßnahmen haben in der Vergangenheit aber immer wieder dazu geführt, dass auch außerhalb des Campus einzelne Raummkomplexe oder gar ganze Gebäude für Lehrzwecke angemietet wurden. Eines der am intensiv genutzten ist das im Studierendenjargon als „BKM“ bekannte Gebäude der Bausparkasse Mainz nördlich der Saarstraße. Vom Campus ist es nur durch diese getrennt. Über eine Fußgängerbrücke nahe der Bushaltestelle Friedrich-von-Pfeiffer-Weg ist es ca. fünf Minuten vom Philosophicum entfernt. Täglich überqueren mehrere tausend Studierende die Saarstraße auf diesem Wege, um zu ihren Seminaren und Übungen oder den Büros ihrer Dozenten und Dozentinnen zu gelangen. Doch was für die meisten entspannte fünf Minuten sind, kann für behinderte oder chronisch kranke Studierende und UniversitätsmitarbeiterInnen rasch zu einer mehr als halbstündigen Odyssee durch das Münchfeld werden. Auch für Studierende mit Kind, Seniorinnen und Senioren oder Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer stellt die Brücke über die Saarstraße ein Hindernis da.

Seitdem bekannt wurde, dass im Zuge des Mainzelbahn-Projekts größere Umbauten an der Brücke notwendig würden, pochen die Vertreterinnen und Vertreter der Behindertenverbände auf eine barrierefreie Lösung des schon seit 20 Jahren diskutierten Problems. Deshalb luden das AStA-Behindertenreferat, das AStA-Elternreferat sowie die LAG Selbsthilfe Behinderter Rheinland-Pfalz am 18. Oktober zu einem Vernetzungstreffen auf dem Mainzer Uni-Campus ein. Der Einladung folgten über zwanzig Unterstützerinnen und Unterstützer, darunter Mitglieder des Behindertenbeirats, des Ortsbeirats Hartenberg-Münchfeld und des Mainzer Stadtrats sowie Vertreterinnen und Vertreter der MVG und des Stadtplanungsamts. Die Behindertenbeauftragte der Stadt Mainz, Marita Boos-Waidosch, zeigte sich über die hohe Teilnehmerzahl sehr erfreut. „Zum ersten Mal haben sich alle Beteiligten zusammengetan, um eine für alle passende Lösung zu finden. Ich sehe hier eine historische Chance, zu einem tragfähigen Ergebnis zu kommen.“ Herbert Rösch vom Ortsverein der SPD Hartenberg-Münchfeld betonte die Tragweite der Brückenproblematik: „Auch die Bewohnerinnen und Bewohner des Münchfelds haben ein Interesse über die Saarstraße zu gelangen. Die Musikhochschule veranstaltet regelmäßig Konzerte, es gibt eine Kindertagesstätte auf dem Campus und auch die Mainzelbahn wird in Zukunft auf der Campusseite fahren.“ Der Großteil der Diskussion beschäftigte sich dann auch mit der Frage, welches Lösungskonzept das praktikabelste sei. Neben einer baulichen Veränderung der Brücke wurde vor allem über die Einrichtung einer Ampelanlage diskutiert, welche schließlich mehrheitliche Zustimmung erfuhr. „Eine Ampel ist die kostengünstigste Möglichkeit und lässt sich zudem am schnellsten und einfachsten umsetzen.“, hebt Rebecca Kleemann vom AStA-Elternreferat hervor. Intensiv wurde sich den Bedenken bezüglich der Verkehrssicherheit gewidmet und mögliche Sicherheitsstrategien erörtert.

Stephan Heym von der LAG Selbsthilfe Behinderter RLP zeigte sich mit dem Treffen rundum zufrieden. „Die intensive Diskussion hat heute vor allem eines gezeigt: Es gibt gute und tragfähige Konzepte, die sowohl die Anforderungen der Barrierefreiheit als auch die Frage der Finanzierbarkeit berücksichtigen.“ Lukas Krause vom AStA-Behindertenreferat ergänzt: „Jetzt sind die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung gefragt. Wir haben unsere Denkanstöße formuliert, in den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob auch der politische Wille zu ihrer Umsetzung vorhanden ist.“

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