Minijob-Reform provoziert Altersarmut

DGB Rheinland-Pfalz: Reform der Minijobs geht in die falsche Richtung

Mainz, 25.10.12. Der DGB Rheinland-Pfalz kritisiert die heute verabschiedete Ausweitung der Minijobs. Die Bundesregierung habe nicht erkannt, dass Minijobs für Lohndumping missbraucht würden, kritisierte der DGB-Landesvorsitzende Dietmar Muscheid am Donnerstag. Geradezu absurd sei, dass die Bundesregierung zwar über Maßnahmen gegen Altersarmut diskutiere, gleichzeitig aber ausgerechnet das Arbeitsmodell stärke, das für viele der direkte Weg in die Altersarmut sei. „Das ist keine konsequente Politik, das ist die Politik der Widersprüche.“

In Rheinland-Pfalz arbeiteten inzwischen 375.000 Menschen in Minijobs. Die überwiegende Mehrzahl davon sei im absoluten Niedriglohnbereich tätig. Studien zeigten zudem, dass Minijobs – anders als bei der Reform 2003 behauptet – kein Einstieg in den Arbeitsmarkt seien, sondern dass umgekehrt Vollzeitstellen in Minijobs umgewandelt würden.

„Diesem vorsätzlichen Lohndumping müssen wir einen Riegel vorschieben“, forderte Muscheid. Der DGB habe dazu ein ausgewogenes Konzept vorgelegt. Dazu zählten die volle Versicherungspflicht ab dem ersten Euro und die Abschaffung der pauschalen Besteuerung mit Ausnahmen für gesellschaftlich nützliche Tätigkeiten. „Es muss gelingen, unbürokratische Hinzuverdienstmöglichkeiten mit voller sozialer Absicherung zu schaffen und gleichzeitig zu verhindern, dass Vollzeitstellen zugunsten von Minijobs abgebaut werden.“

Information: Details zum Konzept des DGB zur Reform der Minijobs finden Sie im Internet unter: http://www.dgb.de/presse/++co++6d49dfe4-6df2-11e1-56f7-00188b4dc422

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