Rheinland-pfälzische Technologie in Brasilien erfolgreich

Wirtschaftsdelegation in Argentinien und Brasilien

Neue Energie für Brasilien aus Bio-Reststoffen

Rio Grande de Sul, 25.10.12 Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke gab in Bento Gonclaves, in der brasilianischen Provinz Rio Grande do Sul, gemeinsam mit Landtagspräsident Joachim Mertes den Startschuss für ein einzigartiges Pilotprojekt: Aus Reststoffen des Weinbaus (Trester) werden Pellets zum Heizen gefertigt und das geschieht mit einer kleinen Maschine made in Rheinland-Pfalz.

Die Idee dazu wurde vor drei Jahren von der landeseigenen rheinland-pfälzischen AgroScience GmbH für Brasilien entwickelt. Jetzt wurde gemeinsam mit Vertretern der Region Rio Grande do Sul, Kooperationspartnern und der Wirtschaftsdelegation aus Rheinland-Pfalz in einer Weingenossenschaft, der Vinícola Aurora, die kleine Pilotmaschine aus Rheinland-Pfalz in Betrieb genommen.

Lemke: „Dieses Pilotprojekt soll Strahlkraft in die Region entwickeln. Profitieren können über 1000 Familien.“ Gebaut hat die kleine Maschine, die aus Trester Pellets herstellt, der Westerwälder Unternehmer Guido Posch; dabei wurde er mit Fördermitteln des Landes unterstützt. Sein Ziel ist es, vor Ort mit dem Prinzip „Aus Abfall wird Energie“ zu überzeugen und dann große Pellets-Verarbeitungsanlagen nach Brasilien zu verkaufen. „Die Anlage zeigt, wie man praktisch Probleme lösen kann, schließlich müssen wir dafür sorgen, dass wir im Einklang mit der Umwelt Mehrwert schaffen. Das geschieht hier“, betonte Beto Grill, Vizegouverneur der Region. In einem ausführlichen Gespräch informierte ihn Ministerin Lemke über weitere Unternehmensideen aus Rheinland-Pfalz, die für Brasilien interessant sein könnten. Beide zeigten sich überzeugt: Es wird noch viele Geschäfte zwischen unseren Regionen und Ländern geben.

Das Projekt Ziel des Projektes ist die Energiegewinnung aus bisher ungenutzten Reststoffen der Weinindustrie. Hierzu steht auf dem Weingut „Vinícola Aurora“ in enger Kooperation mit lokalen öffentlichen Organisationen, wie Proamb, Unternehmen und Verbänden eine Pilotanlage, die der Herstellung von Energie-Briketts aus Traubentrester dient. Der jährliche Anfall von Reststoffen aus der Produktion von 285 Millionen Litern Wein aus der Region Serra Gaucha stellt für das Unternehmen jedes Jahr erneut eine Herausforderung dar. Bei der Pilotanlage handelt es sich in erster Linie um die Brikettierung von Weinnebenprodukten. Im weiteren Verlauf ist die Verarbeitung anderer agroindustrieller Reststoffe, wie z.B. Bagasse (Reststoffe der Zuckerrohrindustrie), jedoch nicht ausgeschlossen. Die Koordination der Kooperation mit den brasilianischen Partnern, dem Know-How- und Technologietransfer übernimmt das Forschungsinstitut RLP AgroScience GmbH. Das Unternehmen wird die langjährigen Erfahrungswerte im Bereich energetischer Verwertung von Abfällen und Reststoffen in der Agrarwirtschaft und Lebensmittelindustrie in vollem Umfang einbringen. Die steigende Bevölkerungszahl Brasiliens wird den Energiebedarf im Land substanziell erhöhen. In Anbetracht dieser Tatsache ist es dringend erforderlich, fossile Brennstoffe des weltweit fünftgrößten CO2-Produzenten durch nachhaltige Energien zu ersetzen. Hierbei bietet sich eine energetische Nutzung bisher nicht genutzter Rest- und Abfallstoffe, wie z.B. die Pressrückstände aus der Weinproduktion (Trester), an. Mit Hilfe der in Europa entwickelten Technik der Brikettierung können solche bisher ungenutzten Ressourcen kostengünstig und umweltschonend als Alternative zu fossilen Brennstoffen in Energie umgewandelt werden.

In der Region Serra Gaúcha werden jährlich 571 Millionen Kilogramm Weintrauben produziert, infolgedessen fallen rund 135.214 Tonnen Trester mit einem Energiegehalt von rund 200 GWh an. Da aufgrund neuster Erkenntnisse die landbauliche Verwertung von Trester den Pilzbefall begünstigt, ist die Verwendung als Dünger nicht empfehlenswert. Auch die Entsorgung ist aufwendig und kostspielig. Demzufolge ist es die finanziell rentabelste Lösung, den Trester in Form von Briketts zu nutzen, da sich mögliche Entsorgungskosten aufheben und der Verkauf der Briketts zusätzlich Gewinn erwirtschaftet. Die Nutzungsmöglichkeiten der Briketts sind vielfältig. Neben der dezentralen Wärmeproduktion in privaten Haushalten wird zudem die Produktion des weltweit steigenden Bedarfs an Bioethanol unterstützt, indem die bei dem Herstellungsprozess erforderliche Wärme kostengünstig zur Verfügung gestellt werden kann. Weiterhin kann dieser Brennstoff in Heizkraftwerken zur Stromproduktion eingesetzt werden. >>> Folgen Sie uns auch auf Twitter #Südamblog <<< Joachim Mertes, erneuerbare Energie, Trester

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