Erheblicher Anstieg des Einsatzes klimawirksamer Stoffe

Einsatz klimawirksamer Stoffe stieg 2011 um mehr als ein Fünftel an

Bad Ems, 26.10.12 Der Einsatz klimawirksamer Stoffe ist in Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems wurden 583 Tonnen derartiger Stoffe eingesetzt, das waren fast 22 Prozent mehr als im Jahr 2010. Eine vergleichbare Menge war zuletzt im Jahr 2001 mit 567 Tonnen registriert worden. Knapp 370 in Rheinland-Pfalz ansässige Unternehmen meldeten den Einsatz von mehr als 20 Kilogramm klimawirksame Stoffe.

Dazu gehören z. B. voll- und teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe, die eine potenzielle Wirkung auf die Erderwärmung haben. Sobald die Stoffe freigesetzt werden, sind sie deutlich klimaschädlicher als Kohlendioxid. Ihre Verwendung unterliegt deshalb besonderen Berichtspflichten.

Der wichtigste Einsatzstoff war der teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoff Tetrafluorethan, der unter dem Handelsnamen R134a bekannt ist. Auf diesen entfielen rund 83 Prozent der insgesamt verwendeten Menge. Ein wichtiger Einsatzschwerpunkt ist die Nutzung als Treibmittel bei der Herstellung von Aerosolen, zum Beispiel für medizinische Sprays. Außerdem wird R 134a häufig als Kühlmittel in Klimaanlagen, z. B. in Pkw, genutzt.

Klimawirksame Stoffe weisen eine unterschiedliche Schädlichkeit auf. Um die Stoffe vergleichen zu können, erfolgt eine Umrechnung auf das (relative) Treibhauspotenzial (Global Warming Potential, GWP). Dieses beträgt z. B. für eine Tonne Tetrafluorethan rund 1.300 GWP. Somit ist R134a rund 1.300 mal schädlicher wie Kohlendioxid, das mit einem GWP von 1 die Bezugsgröße bildet. Insgesamt betrug das Treibhauspotenzial der in rheinland-pfälzischen Unternehmen eingesetzten klimawirksamen Stoffe 867.400 Tonnen.

Die Daten stammen aus der Erhebung bestimmter klimawirksamer Stoffe. Einbezogen sind Unternehmen, die bestimmte klimawirksame Stoffe in Mengen von mehr als 20 Kilogramm pro Stoff und Jahr zur Herstellung, Instandhaltung, Wartung oder Reinigung von Erzeugnissen verwenden. Als klimawirksame Stoffe im Sinne dieser Erhebung gelten ausschließlich Fluorderivate der aliphatischen und cyclischen Kohlenwasserstoffe mit bis zu sechs Kohlenstoffatomen, insbesondere Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) und teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW) sowie Blends, die diese Stoffe enthalten.

Autor: Jörg Breitenfeld (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)

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