Irene Alt weiht Haus für jugendliche Flüchtlinge ohne Begleitung ein

Familie und Integration

Neues Clearinghaus für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eingeweiht

Trier, 26.10.12 Mit dem heute von Familienministerin Irene Alt eingeweihten Clearinghaus in Trier-Ehrang hat das neue Konzept für die Unterbringung und Versorgung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz ein neues und endgültiges Domizil. Hier werden in Zukunft die 16 und 17 Jahre alten jungen Männer aufgenommen und während des sogenannten Clearingverfahrens in der Einrichtung, die das Jugendhilfezentrum Don Bosco Helenenberg betreibt, untergebracht. Diese Jugendlichen sind die größte Gruppe unter den unbegleiteten Kinderflüchtlingen, für sie stehen im Clearinghaus maximal 13 Plätze bereit. „Ich bin sehr froh, dass wir endlich eine langfristig tragfähige Lösung für die Unterbringung der jungen Flüchtlinge gefunden haben. Viele von ihnen haben lange Fluchtwege zurückgelegt, um schließlich in Deutschland zu landen – einem Land, das ihnen völlig fremd ist und dessen Sprache sie nicht sprechen. Die psychische Belastung ist enorm und die Jugendlichen brauchen dringend einen geschützten Raum, wo sie zur Ruhe kommen und durchatmen können“, sagte Familienministerin Alt bei der Einweihung des Clearinghauses.

Nachdem die Unterbringung der 16- und 17-jährigen Männer vor zwei Jahren in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende AfA Trier aus Platzmangel unmöglich wurde, waren sie vorerst auf dem Helenenberg untergekommen. Mädchen und jüngere Jungen wohnen in zwei weiteren Einrichtungen der Jugendhilfe. Sieglinde Schmitz, Leiterin des Jugendhilfezentrums Don Bosco Helenenberg: „Damit sind alle drei Gruppen der jungen unbegleiteten Flüchtlinge in für sie geeigneten Einrichtungen untergebracht. Dass wir nun auch für die jungen Männer ein geeignetes Haus in Trier gefunden haben, freut uns sehr, da wir so unsere erfolgreiche Arbeit für diese Zielgruppe aus den vergangenen 20 Jahren auch unter veränderten Rahmenbedingungen fortsetzen können.“

In diesem Jahr wurden in Rheinland-Pfalz bereits 102 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Obhut genommen. Im vergangenen Jahr waren es 168 Jugendliche. „Jugendämter haben für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eine besondere Verantwortung, die in Trier engagiert wahr genommen wird. Daher freut es mich, dass hier, wo die Flüchtlinge und Asylsuchenden ankommen und zunächst in der AfA aufgenommen werden, ein von der Stadt Trier und der Landesregierung gemeinsam verfolgtes Ziel nunmehr realisiert wird: Eine landesweite Clearingstelle. Als vorübergehender Aufenthaltsort für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge hat sie den Auftrag, die Jugendlichen in dieser schwierigen Lebenssituation individuell und ihrem Alter entsprechend zu unterstützen“, erklärte die Jugenddezernentin der Stadt Trier, Angelika Birk.

Integrationsministerin Alt forderte, dass unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in allen Belangen wie andere Minderjährige behandelt werden. Das Asyl-verfahrensgesetz mache in dieser Frage eine unrühmliche Ausnahme. Denn das Gesetz erklärt minderjährige Flüchtlinge schon mit 16 Jahren für verfahrensmündig. Ministerin Alt: „Es darf nicht sein, dass auch nur eine unbegleitete Jugendliche oder ein unbegleiteter Jugendlicher ohne Beistand durch einen Erwachsenen sein Asylverfahren betreiben muss. Dafür setze ich mich ein.“

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