Akademische Tagung zur Geschichtswirkung in der modernen Architektur

Geschichtsbilder und Erinnerungskultur in der Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts

Wissenschaftliche Tagung der Humboldt-Universität Berlin und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt am Main am 8. und 9. November 2012

(Mainz, 29.10.12, voi) „Historizität“ und „Erinnerung“ sind für die moderne und zeitgenössische Architektur durchaus ungewohnte Themen und haben in der fachlichen Diskussion bislang nur rudimentäre Beachtung gefunden. Angesichts aktueller Debatten um die Bedeutung und materielle Ausprägung von „Erinnerungskulturen“ ist es jedoch an der Zeit, diese Fragestellung auch für die Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts zu erschließen. Im Rahmen der wissenschaftlichen Tagung „Geschichtsbilder und Erinnerungskultur in der Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts“ sollen diese Begrifflichkeiten aus ganz unterschiedlichen Perspektiven diskutiert und so die Vielfalt gegenwärtiger Ansätze in den Mittelpunkt gerückt werden. Die gemeinsam mit dem Deutschen Architekturmuseum Frankfurt am Main von Univ.-Prof. Dr. Kai Kappel vom Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin und Univ.-Prof. Dr. Matthias Müller vom Institut für Kunstgeschichte der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ausgerichtete Tagung findet am 8. und 9. November 2012 statt. Um Anmeldung per E-Mail an margrit.lorenz@culture.hu-berlin.de bis 2. November 2012 wird gebeten. Das Tagungsprogramm ist unter http://www.uni-mainz.de/veranstaltungskalender/07_kunstgeschichte_erinnerungskultur.pdf online verfügbar.

In den letzten Jahrzehnten arbeitete die Forschung insbesondere in den Bereichen der Geschichts-, Kultur- und Literaturwissenschaften heraus, wie sehr der Wunsch nach einem Generationen übergreifenden Gedächtnis das Handeln der Menschen seit der Frühgeschichte kennzeichnet. Der Fokus lag im Mittelalter zunächst auf der Memoria, dem christlichen Totengedächtnis, das insbesondere als Ausdruck einer religiös begründeten Ethik des „Aneinander-Denkens“ und „Füreinander-Handelns“ zur Überwindung des Vergessens und des Todes durch „Gedächtnis“ und „Erinnerung“ verstanden wurde. Mittlerweile hat sich die Erforschung der Erinnerungskultur einem deutlich erweiterten Spektrum an Fragestellungen geöffnet, die mit ersten richtungsweisenden Arbeiten auch einen Zugang zur Architekturgeschichte und -theorie gefunden haben. Das 20. und 21. Jahrhundert stellen in diesem Kontext allerdings ein noch wenig bearbeitetes Untersuchungsfeld dar, so dass es sich lohnt, die historischen Wurzeln sowie bildlichen bzw. bildgebenden Strategien baulichen Erinnerns in der Moderne und Gegenwart näher zu erforschen. Hierfür soll die Tagung einen anregenden Impuls liefern.

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