Länder untersuchen Freiwilligen Engagement

Fachtagung „Freiwilligensurvey und Engagementpolitik der Länder“ Länder diskutieren Forschungsergebnisse zu Ehrenamt und Bürgerengagement Heute fand in den Landesvertretungen Rheinland-Pfalz und Niedersachsen in Berlin die Fachtagung „ Freiwilligensurvey und Engagementpolitik der Länder“ statt. Veranstalter waren die Länder Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Brandenburg in Zusammenarbeit mit dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE). Der Chef der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei, Martin Stadelmaier, erklärte zur Eröffnung der Tagung: „Seit 1999 haben wir mit dem Freiwilligensurvey – der repräsentativen Bevölkerungsbefragung zu Freiwilligenengagement und Ehrenamt – ein gutes Instrumentarium, das uns wichtige Anhaltspunkte zur Förderung des Bürgerschaftlichen Engagements geliefert hat. Über die drei Erhebungswellen von 1999, 2004 und 2009 sind wir zudem in der Lage, in einer Längsschnittperspektive Entwicklungen und Veränderungen im Freiwilligenengagement zu erkennen und darauf zu reagieren. Die begonnene Dauerbeobachtung gilt es auch künftig fortzusetzen. Wir sind daher froh, dass der Bund 2014 den vierten Freiwilligensurvey ermöglichen wird. Und wir sind unsererseits sehr daran interessiert, erneut auch Länderauswertungen vorzunehmen.“ Jenseits von einzelnen Instrumenten, Programmen und Aktivitäten hätten der Freiwilligensurvey ebenso wie die Ergebnisse der Enquete-Kommission „Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements“ des Deutschen Bundestages erheblich dazu beigetragen, dass es eine spürbare Kultur der Anerkennung für bürgerschaftliches Engagement gebe. „In Rheinland-Pfalz hat Ministerpräsident Kurt Beck das Thema Bürgerschaftliche Engagement zur Chefsache gemacht und darauf hingewirkt, dass viele neue Impulse gesetzt wurden, dass neue Strukturen und Programme der Engagementförderung implementiert wurden und dass das Thema Bürgerschaftliches Engagement immer wieder mit hoher Priorität ganz oben auf die Agenda gesetzt wurde“, so Stadelmaier. Sichtbarstes Zeichen dieser Verankerung sei im Jahr 2006 in der Staatskanzlei eingerichtete Leitstelle Ehrenamt und Bürgerbeteiligung. Die Bevollmächtigte des Landes beim Bund und für Europa, Staatsministerin Margit Conrad, betonte in ihrem Grußwort: „Für eine erfolgreiche Engagementpolitik benötigen wir wissenschaftliche Erkenntnisse und Hinweise, um das Feld sinnvoll und zielgerichtet entwickeln zu können. Der Freiwilligensurvey als bundesweite Repräsentativbefragung mit seinen Analysen zum tatsächlichen Engagement der Bürgerinnen und Bürger, zu den Engagementpotenzialen, den Motiven der Engagierten, den organisatorischen Rahmungen sowie insbesondere den Veränderungs- und Verbesserungswünschen an zivilgesellschaftliche Organisationen wie auch die staatliche Seite liefert uns dafür die wichtigste Grundlage.“ Ausgangspunkt der Tagung war die dritte Erhebungswelle des sogenannten Freiwilligensurveys von 2009 und die Befunde der hierzu durchgeführten Länderstudien. Dabei ging es einerseits um die Aufarbeitung länderspezifischer Ergebnisse, ihre politischen Konsequenzen und die Übersetzung in Strategien der Engagementförderung der Länder. Andererseits wurden offene Forschungsfragen benannt und forschungspolitische Interessen der Länder im Hinblick auf die Durchführung des vierten Freiwilligensurveys 2014 formuliert. 120 Expertinnen und Experten beteiligten sich an der Diskussion.

Hintergrund 1999 wurde mit dem vom Bundesfamilienministerium finanzierten Freiwilligensurvey der Grundstein für eine empirische Dauerbeobachtung des freiwilligen Engagements in Deutschland gelegt. Mit den im Abstand von jeweils fünf Jahren durchgeführten Erhebungswellen ist es möglich, Entwicklungstrends und Förderbedarfe zu erfassen und sie für die Gestaltung engagementpolitischer Programme und Vorhaben fruchtbar zu machen. Für die Herausbildung eigener Engagementprofile der Länder hatte und hat der Freiwilligensurvey zentrale Bedeutung. So wurden die bundesweit erhobenen Daten immer auch einer länderspezifischen Auswertung unterzogen. Die von vielen Ländern in Auftrag gegebenen Landesstudien wurden zur wichtigsten Quelle für die Etablierung eigener Förderstrategien und Impulssetzungen für die organisierte Zivilgesellschaft der Länder. Die Studien geben einen differenzierten Überblick über Strukturen und Zielgruppen, Engagementbereiche und Motivlagen, Problemfelder und Verbesserungswünsche der Engagierten. Ebenso deutlich wird, welch ungenutztes Potenzial Engagementwilliger auf Einsatzmöglichkeiten wartet und welche Ermöglichungsstrukturen auf Länderseite ausgebaut oder neu geschaffen werden müssen, um diesem Entfaltungschancen zu bieten. Mit den offen gelegten Rankings auf Basis der Engagementquote wurde ein konstruktiver Wettbewerb zwischen den Ländern eingeleitet und der Anreiz erhöht, die eigenen Förderstrategien zu überprüfen und neue Wege der Engagementförderung zu beschreiten. Bundesweit engagieren sich 36 % der Bürginnen und Bürger ehrenamtlich. Dabei gibt es große regionale Unterschiede. Den Ländern Baden-Württemberg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz hat der Freiwilligensurvey von 2009 mit einer Engagementquote von 41% einen Spitzenplatz im Ländervergleich zugewiesen.

VERTRETUNG DES LANDES BEIM BUND UND DER EUROPÄISCHEN UNION

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