Zwanzig Jahre Landesfrauenrat

Staatssekretärin zu Gast beim Landesfrauenrat / Gesetzlich geregelte Frauenquote in Aufsichtsräten gefordert

Mainz, 17.11.12. Staatssekretärin Beate Reich hat heute ein Grußwort auf dem Treffen des Landesfrauenrates anlässlich des 20jährigen Bestehens in den Räumlichkeiten der Handwerkskammer in Mainz gehalten. Der Landesfrauenrat habe seit seiner Gründung vor 20 Jahren die Debatten um die Gleichstellung von Frauen und Männern in Rheinland-Pfalz maßgeblich mitbestimmt. Er sei immer eine starke Stimme für die Belange von Frauen und für eine gerechte Gesellschaft. „Sie sind der größte Dachverband auf Landesebene, der sich die Herstellung von mehr Geschlechtergerechtigkeit zum Ziel gemacht hat. Ich möchte Ihnen allen daher ausdrücklich auch im Namen des Ministerpräsidenten Kurt Beck und Frauenministerin Irene Alt für die bisherige lebendige und konstruktive Zusammenarbeit danken“; betonte Reich.

Ob es um die Frage der Erwerbsbeteiligung oder der Alterssicherung von Frauen gehe, die Situation der häuslichen Pflege, die Beteiligung von Frauen an der Politik oder den Bereich ‚Gewalt gegen Frauen‘, der Landesfrauenrat und die Landesregierung hätten zu all diesen Fragen stets sehr konstruktiv zusammengearbeitet. Die Staatssekretärin betonte, dass sich das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern im Erwerbsleben, insbesondere bei der Besetzung von Führungs- und Entscheidungspositionen, zuspitze. Dieses Thema sei in den vergangenen Monaten häufig in den Schlagzeilen. Besonders die Frage der Frauenquote in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen erhitze immer wieder die Gemüter in Politik und Wirtschaft. „Ich betone dies hier ausdrücklich. Für die Landesregierung ist eine gesetzlich geregelte Frauenquote ein notwendiger Schritt. Freiwillige Vereinbarungen und Selbstverpflichtungen haben schließlich bisher kaum Ergebnisse gebracht“, bekräftigte Reich. Die Justizminister der Länder hätten bereits 2011 als erste eine bundesgesetzlich geregelte Geschlechterquote gefordert. Auch die Konferenz der Frauen- und Gleichstellungsministerinnen und –minister habe sich in dieser Frage klar positioniert.

„Im September dieses Jahres wurde außerdem mit Unterstützung von Rheinland-Pfalz im Bundesrat der Gesetzentwurf von Hamburg für eine 40-prozentige Frauenquote in Aufsichtsräten in börsennotierten Unternehmen verabschiedet. Danach soll eine Frauenquote in zwei Stufen erfolgen: ab Januar 2018 eine Mindestquote von zunächst 20 Prozent und ab Januar 2023 eine Mindestquote von 40 Prozent.“

Reich wies darauf hin, dass die Landesregierung mit neuen Wegen, wie einem Mentoring-Programm („Mehr Frauen an die Spitze“) mehr Frauen für Führungsaufgaben gewinnen wolle. Auch soll „Führen in Teilzeit“ leichter ermöglicht werden. „Vor allem wird die Landesregierung weiter an den Rahmenbedingungen arbeiten, damit Frauen überhaupt in Führungspositionen aufsteigen können. Dazu gehören familienfreundliche Strukturen mit flexiblen Arbeitszeitmodellen und ausreichend Kinderbetreuungsangebote. Da sind wir auf einem guten Weg. Die Landesregierung würde sich freuen, den Landesfrauenrat auch bei künftigen gleichstellungspolitischen Herausforderungen an ihrer Seite zu wissen. Wir hoffen auch weiterhin auf einen offenen Dialog mit Ihnen“, so Reich.

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