Freundschaftliche Nachbarschaft in der Mitte Europas

Deutsch-polnische Gesellschaften tagten im Hambacher Schloß

Hambach, 19.11.12 Ministerpräsident Kurt Beck hat anlässlich der Jahrestagung des Bundesverbandes der Deutsch-Polnischen Gesellschaften auf dem Hambacher Schloss, deren geleistete Arbeit für die europäische Verständigung und Annäherung als bedeutend und wegweisend bezeichnet.

Es gehe angesichts der derzeitigen Finanz- und Haushaltskrise in einigen EU-Mitgliedsstaaten für Europa um mehr als um öffentliche Haushalte und die Stabilisierung des Finanzsektors. Dies komme auch in dem Motto der Jahrestagung, „Nachbarschaft in der Mitte Europas“, zum Ausdruck. „Europa lebt von diesem nachbarschaftlichen Verhältnis, davon, dass Menschen sich kennen- und ihre Kulturen schätzen lernen, dass wir verantwortungsbewusst mit Geschichte und Zukunft umgehen und dass wir auch Solidarität praktizieren“, sagte Beck auf dem Hambacher Schloss.

Der Ministerpräsident erinnerte daran, dass im Mai 1832 auch viele Polen am Hambacher Fest teilnahmen: Als Flüchtlinge waren sie nach dem gescheiterten Novemberaufstand auf dem Weg nach Frankreich. „Auf dem Hambacher Fest manifestierte sich der Freiheitswillen Europas und die polnischen Freiheitskämpfer waren wichtige Verbündete der deutschen Demokratiebewegung. Dass beide Völker heute zu den starken Befürwortern der europäischen Einigung zählen zeigt, dass sich ein positiver Teil unserer gemeinsamen Geschichte wiederholt, nachdem sie unsere Völker viele Jahre auf zunächst schreckliche und dann politisch schwierige Weise getrennt hat“, so Beck. Es sei ermutigend, so der Ministerpräsident, dass die Menschen in Deutschland und Polen das europäische Haus nun zu schätzen wüssten.

Beck erinnerte an die seit 1996 bestehende Partnerschaft von Rheinland-Pfalz mit der Woiwodschaft Oppeln und die Einbindung der beiden Regionen gemeinsam mit Burgund und Mittelböhmen in das so genannte „Vierernetzwerk der Regionalpartner“. „Europa hat in den letzten Jahren politisch und wirtschaftlich viel erreicht und auf der internationalen Bühne an Gewicht gewonnen. Dies zu sichern ist unsere wichtigste Aufgabe und das können wir nur dadurch, dass wir unsere Partnerschaften und die vielfältigen Verbindungen der europäischen Länder untereinander stärken und den Bürgerinnen und Bürgern damit die Bedeutung der europäischen Einigung deutlich machen“, so Kurt Beck.

Den Professoren Konrad Vanja und Artur Becker gratulierte der Ministerpräsident herzlich zur Verleihung des Dialog-Preises 2012, mit dem die Wissenschaftler für ihr Wirken für die deutsch-polnischen kulturellen Beziehungen gewürdigt wurden.

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