Selten gewordene Fische wieder ansiedeln

Artenschutz an Gewässern

Land unterstützt Wiederansiedlung seltener Fischarten

Eußerthal/Mainz, 20.11.12 Die rheinland-pfälzische Landesregierung baut die Programme zur Wiederansiedlung seltener Fischarten deutlich aus. Die bedrohten Fischarten Schlammpeitzger, Bitterling und Maifisch sollen zukünftig wieder in rheinland-pfälzischen Gewässern zu Hause sein, erklärt Umweltministerin Ulrike Höfken heute anlässlich der Vorstellung der Projekte an der Fischzuchtanlage Eußerthal in der Pfalz. Die Wiederansiedlungen werden vom Landesfischereiverband in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau durchgeführt und vom Land Rheinland-Pfalz mit rund 65 000 Euro gefördert.

Dem ersten Vorsitzenden des Landesfischereiverbandes Pfalz, Gustav Pade, ist dabei wichtig, dass die Kooperation auch eine wissenschaftliche Begleitung der Renaturierung des Sulzbaches vorsieht. „Ohne die Mithilfe der Verbände und Vereine der Freizeitfischerei wäre der Artenschutz an Gewässern nicht denkbar“, würdigt Höfken das Engagement. Die Ministerin wies darauf hin, dass dem landesweiten Artenschutzprogramm für gefährdete Fisch-, Krebs- und Muschelarten insgesamt rund 450 000 Euro pro Jahr zur Verfügung stehen. Es sei zugleich Bestandteil der Aktion Blau Plus, mit der die Landesregierung die Renaturierung der rheinland-pfälzischen Gewässer voranbringt.

Hintergrundinformation: Der Schlammpeitzger ist Spezialist für kleine Gewässer mit reichlich Wasserpflanzen. Dieser maximal etwa 30 Zentimeter lange Fisch kann mit seiner „Darmatmung“ auch in Flachgewässern und Tümpeln überleben. Der Bitterling legt seine Eier zum Brüten ausschließlich in Fluss- oder Teichmuscheln. Mit der Nachzucht in der Teichanlage Eußerthal soll ausreichendes Besatzmaterial für geeignete Habitate mit Muschelvorkommen gewonnen werden. Und der zur Familie der Heringe gehörende Maifisch war einst eine im Rhein und seinen Zuflüssen häufig vorkommende Fischart. Der ca. 50 bis 60 Zentimeter lange Fisch wird jedoch seit über 50 Jahren nur noch selten nachgewiesen. Bestandteil des Artenschutzprogramms ist auch ein geplantes Verbundprojekt mit Luxemburg, NRW, dem Angelverein Prüm und der ARGE Nister für die gefährdete Flussperlmuschel.

Koblenz-Landau, Anglerverein

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